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Dienstag, 25. August 2015

Bankrott einer "marktkonformen Demokratie"




Ein Satz der alles über die gegenwärtige Politik sagt:

Kanzlerin Merkel am 01.09.2011 in einer Pressekonferenz: 
„Wir leben ja in einer Demokratie und sind auch froh darüber und das ist eine parlamentarische Demokratie und deshalb ist das Budgetrecht ein Kernrecht des Parlaments und insofern werden wir Wege finden, wie die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet wird, dass sie trotzdem auch - marktkonform ist, also auf den Märkten die entsprechenden - Signale sich -  ergeben...“

Quelle: NachDenkSeiten





Tja - was soll man da noch machen ... - 
Bankrotterklärung einer marktkonformen Demokratie, der das Wachstum durch all die Finger rinnt ...


Da ist am Ende auch die mächtigste Frau der Welt machtlos - angesichts der Tatsächlichkeiten in Deutschland - in einem Land - das die Kanzlerin immer in rosaroten Wattewölkchen sieht, da aus ihrer Datsche in Hohenwalde in der Uckermark - oder aus ihrem Elfenbeinturm im Kanzleramt - und bei ihren Auftritten auf dem internationalen Regierungsparkett, wo sie die "Souveräne" zu geben hat ...
Mit einer "marktgerechten Demokratie" haben z.B. der gegenwärtige Zustand in Marxloh, in Heidenau, die Boat-People auf dem Mittelmeer, die Zustände in den Flüchtlingsunterkünften eines "Gastgeberlandes", die Zustände in den Balkan-Staaten und in Syrien und Libyen nichts mehr zu tun: out-of-bounds = "außerhalb des zulässigen Bereichs" ...

Marxloh - im Duisburger Norden - ist zwar noch mitten in Deutschland gelegen - aber statt der marktkonformen rosigen Wölkchen ballt sich hier ein ganz gefährliches hochexplosives Konfliktpotenzial zusammen: 
  • von Zuwanderern aus Rumänien und Bulgarien, die dort ohne Zugang zum Gesundheitssystem sind;
  • von Dreck, Gewalt, Verwahrlosung, Hoffnungslosigkeit; 
  • davon, dass Schlepper und Schleuser mit Armutsflüchtlingen Kasse machen; 
  • dass mehr als 20 Menschen sich eine Wohnung teilen müssen;
  • dass Müll einfach auf die Straße geworfen wird; 
  • Kinder nicht in die Schule gehen; 
  • dass Banden die Macht auf der Straße für sich beanspruchen.

Da bleibt vielleicht so etwas wie wenigstens Ernüchterung der Kanzlerin:
  • Sie sagt, dass die Situation der Flüchtlinge "Europas unwürdig ist".
  • Sie sagt, dass man denen helfen müsse, "die Hilfe brauchen". 
  • Und sie sagt, dass "es in Serbien, Albanien, Kosovo keinen Bürgerkrieg gibt".
  • Merkel sagt auch, dass "drei bis vier Länder von 28 die ganze Last tragen, das ist nicht die EU".

Aber das alles ist letztlich nichts als hilflose Bestandsaufnahme - das sind - im Moment wenigstens - Ausflüchte: Wasch mich - aber mach mir den Pelz nicht nass ... - und was da ist - darf eigentlich nicht sein - und es ist doch in ihrer Regierungszeit entstanden und hält sich hartnäckig...

Für die konkreten Probleme da in Marxloh - dort im "Real Life" - hat diese mächtigste Frau der Welt bei ihrem Good-Will-Blitzbesuch keinerlei konkreten Hilfen parat - sie hat sich halt eingeschossen auf die von ihr gehegte und gepflegte €uro-Krise mit Griechenland (Härte zeigen), auf eine marktkonforme Demokratie in €uropa - und dieser ganze Dreck hier in diesem unserem Lande, der stinkt zwar zum Himmel - aber die Kanzlerin schaut nach 105 Minuten Besuch im Kellergewölbe mit Schmelztiegel dieser Republik lieber sehnsüchtig auf die Uhr, weil gleich endlich die gepanzerten Limousinen kommen, um sie zurück "nach oben" in ihre eigentliche heile Welt zu bringen ...


„Die Mutti kommt zu Multikulti“, habe es beim Friseur geheißen ... | Foto DPA|NW
Und die Menschen aber bleiben in Duisburg-Marxloh - und es stinkt weiterhin zum Himmel - und es gärt - und es braut sich was zusammen ... - und der MSV Duisburg ist Tabellen-18. in der 2. Bundesliga - und das WDR-Fernsehen will zukünftig das Programm so gestalten, dass noch mehr junge Menschen zuschauen - nämlich alles jünger, bunter, kürzer, schneller machen ... - ach ja ... 


Und in dieser gleichen Republik beschäftigen sich angeblich völlig normale Menschen gleichzeitig allen Ernstes mit der Frage, ob ein 24 Jahre alter Fußballspieler namens Kevin De Bruyne bei einem Wechsel vom Verein VfL Wolfsburg nach Was-weiß-ich-wohin nun 66 oder gar 80 Millionen €uro Ablöse kosten sollte oder Wert sei - bei ca. 15 Millionen €uro Jahresgehalt mit Villa und "Haste-nich-gesehn" ... - wahrscheinlich alles im Rahmen dieser neuen sogenannten marktkonformen Demokratie - bei gleichzeitigen Mangelberufen in der Gesundheits- und Alten-Pflege und schlechter Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten - und Massenunterkünften für Flüchtlinge auf Feldbetten hier im Lande - und eben den Zuständen in Marxloh oder im sächsischen Heidenau: Und diese wochenlange Transferposse um den Belgier De Bruyne zeigt, wie kaputt diese Gesellschaft insgesamt ist - wie kaputt das Profigeschäft im Fußball und in anderen Sportarten - und wie kaputt diese von Frau Merkel apostrophierte marktkonforme Demokratie funktioniert - angesichts der täglichen Probleme auf dem Mittelmeer, am Grenzzaun von Ungarn oder in Marxloh oder im griechischen Parlament ... Schon immer war Geld wichtig. Aber heute meint man trotz all dieser Bilder jeden Abend im TV, es ginge wirklich um nichts anderes mehr außer: Gehälter, Bonuszahlungen, Handgelder, Milliarden-Kredit-Rückzahlungen... - und das sehen die Asylbewerber aus dem Kosovo und aus Syrien und Libyen auch: eben drum - alles jünger, bunter, kürzer, schneller machen ... - ach ja ...

Nun - nach diesem Epos werden einige Leser wieder behaupten, ich dürfe nicht Äpfel mit Birnen vergleichen - und was denn der De Bryune mit Marxloh oder mit dem Grenzzaun zwischen Ungarn und Serbien zu tun habe - und der VW-Konzern mit den Mittelmeer-Flüchtlingen --- nee - okay - weiß ich onnich - und doch strömt das alles fast ungeschnitten in einer Tagesschau- oder "Aktuelle-Stunde"-Sendung und eventuell dem "Brennpunkt" danach und in der Werbesendung davor oder danach womöglich auf mich ein - und ich werde nassforsch zumindest moralisch aufgefordert, zu helfen und zu spenden - und das löst dann ja Vergleiche und Bewertungen zu- und miteinander aus - und wenn ich nicht zu dem Schluss käme - die Zeiten wären zurzeit total verrückt - und die "linke Hand" wüsste nicht was die "rechte Hand" täte - könnte ich selbst schnell ziemlich verrückt werden ... - nämlich zu sehen und zu spüren wofür wir Geld haben - z.B. dass man meine Rente nach über 50-jähriger ununterbrochener Berufstätigkeit (Gottseidank!) und entsprechender Rentenversicherungs-Einzahlung (hört-hört!!!) jetzt um ca. 30,00 €uro im Monat erhöht hat (boaaah eeei - das ist immerhin 1 €uro am Tag ... - Wahnsinn ... - sei doch dankbar: - Danke, Angie ...) - und wofür wir kein Geld haben - und wofür und wie sich die Kanzlerin hergibt und einspannen lässt - und wofür partout nicht - und was sie dabei so vor ich hin stammelt - und was sie nicht sagt... - und wofür ihr in ihrer Macht die Fachkompetenz und die Worte fehlen - einfach verrückt - diese Welt ...

Update vom 26.08.2015 - 14.30 Uhr:

"Wir können nicht so arbeiten, als wenn wir in einem ganz normalen Zustand wären" ... (also doch auch irgendwie 'verrückt' - das spürt Frau Merkel also scheinbar ebenso wie ich ... - ... wenigstens nicht 'ganz normal', wie man es sie hier für den ihr letztlich aufgenötigten Besuch in Heidenau formulieren lässt...) - ... Sie habe nun die "menschliche Gestalt" dessen gesehen, was die deutschen Gesetze vorgeben, also das Recht darauf einen Asylantrag stellen zu dürfen. (Also: Danke Deutschland für Zahnbürste und Feldbett im 200-Betten-Schlafsaal ...) - "Das gelingt uns nur, wenn wir auch gemeinsam neue Wege gehen", sagt Merkel weiter. "Die menschliche und würdige Behandlung" der Asylbewerber sei wichtig...(... Aha - wer hätte das gedacht ...) "Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die nicht bereit sind zu helfen ... (hört - hört) Je mehr Menschen das deutlich machen, umso stärker werden wir sein" ... - ja - potztausend - welch hehre Sätze hat man ihr da doch rasch ins Manuskript geschwurbelt - und so echt und so überraschend neu und so unbedingt situationsangemessen und passend (... von wegen "menschliche Gestalt" gesehen ...) - Sie sagte das unter dem Gehupe der Ewiggestrigen - und ihren "Volksverräter"- und ihren "Wir-sind-das-Pack"-Rufen ... - eine echt verrückte Welt ...S!