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Freitag, 4. September 2015

Aylan (†3) ist tot ... - #KiyiyaVuranInsanlik | "impuls für die woche"


Foto: Nilüfer Demir  - (C) DHA - REUTERS u.a. - Quelle 













Aylan (†3) ist tot ... -  #KiyiyaVuranInsanlik














Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese traurige Bildikone auch hier ins Blog stelle ...  

Unzählige Male wurde das Foto von Aylan inzwischen auf Twitter unter dem türkischen Hashtag #KiyiyaVuranInsanlik geteilt - was so viel heißt wie «Die fortgespülte Menschlichkeit».

Für Aylan (†3) gibt es keine Hoffnung mehr. Aber wir alle könnten dazu beitragen, dass es solche Bilder nicht mehr gibt. 

Aylan Kurdi saß in einem von zwei Flüchtlingsbooten, die gestern Morgen auf dem Weg von Bodrum an der türkischen Küste zur griechischen Ägäis-Insel Kos sanken. Nur 15 Menschen schafften es an Land. Die türkische Küstenwache barg insgesamt zwölf tote Flüchtlinge aus Syrien. Drei gelten noch als vermisst.

Die Fotografin Nilüfer Demir sagt zu ihrem Bild: „Das Einzige, was ich tun konnte, war, seinem Schrei, dem Schrei seines am Boden liegenden Körpers, Gehör zu verschaffen. Und in diesem Moment habe ich das Foto geschossen. Hundert Meter weiter lag sein Bruder Galip am Boden.“

Der Vater Abdullah Kurdi erzählte unter Tränen von seinem Kampf, seine Familie vor dem Ertrinken zu retten. Hohe Wellen hätten das Boot zum Kentern gebracht. „Meine Kinder rutschten mir aus den Händen“, berichtete der Vater. „Es war dunkel und alle schrien. Deshalb haben meine Frau und meine Kinder meine Stimme nicht gehört.“ Vor Journalisten sagte er, die ganze Welt solle sehen, was mit ihnen auf ihrer Flucht vor dem Krieg passiert sei: „Lasst dies das letzte Mal sein.“ 

Neben Aylan und seinem Bruder starb auch ihre 27-jährige Mutter Rihanna, ihr Vater erreichte schwimmend das Ufer von Bodrum.

Ich habe mich dann entschlossen, hier im Blog das Bild zu zeigen - weil es hoffentlich ein Bild ist, das haften bleibt, das sich eingräbt - und das hoffentlich dazu führt, endlich innezuhalten - überall - bei    a l l e n    Regierungen und Institutionen dieser Welt - und auch bei Herrn Orbán - bei Herrn Assad - bei Herrn Netanjahu, bei Mr. Obama, bei David Cameron, bei Frau Merkel - um nur einige von ihnen namentlich zu nennen - bei allen, die heute wieder ihren Computer oder ihr Smartphone anschmeißen, um die Börsennachrichten abzurufen - und die heute wieder um die "marktkonforme Demokratie" ringen - und bei allen, denen die Vertriebenen- und die Flüchtlingsfrage einfach nur "sowas von am Arsch vorbei geht" ...

Und hoffentlich ist das Bild von Aylan nicht nur wieder einmal einfach ein Bild wie Tausende davor - der nächste Sensations-#hashtag, der mal kurz durch das globale Dorf gejagt wird - und dann: "Mund abputzen" - Augen zu - und durch ... - und dahinten kommt ja schon "das Nächste bitte" ... alle sind nur wieder einmal einen Momentlang betroffen - aber es gibt mal wieder keinerlei nachhaltigen Nachgang - und der Tod des dreijährige Aylan Kurdi wird wieder einmal zum x-ten Male einfach "egal" ... - und deshalb auch meine Bildbearbeitung - hier im nächsten Post ... denn dem zugrunde liegt ja tatsächlich die von uns allen mehr oder weniger zu verantwortende grausam verreckte Wasserleiche eines kleinen Dreijährigen ... - dem wir gemeinsam alle seine Chancen ersäuft haben - wie früher meine Oma das mit den überzähligen jungen Kätzchen nach jedem neuen Wurf gemacht hat - in einem Jutesack mit Backsteinen beschwert - im Brunnen hinterm Haus versenkt - aber davor sei ja mittlerweile das sicherlich europaweit geltende Tierschutzgesetz ...

Gestern wurde berichtet, das "seriöse" deutsche Medien "darauf verzichtet" hätten, dieses Bild auf ihre Titelseiten zu übernehmen wie das beispielsweise die britischen Massenblätter getan haben - angeblich um nicht in den Verdacht zu geraten - mit einem solchen Bild "Sensations-Stimmung" und "Auflage" machen zu wollen ... Aber - vielleicht hat diese pietätvolle Zurückhaltung auch trotzdem ein inzwischen viel raffinierteres "liberal-kapitalistisches - wirtschaftskonformes" Kalkül: Mit so einer Wasserleiche auf der Titelseit eines Boulevard-Blattes lässt sich nämlich "im Vorübergehen" - wie es bei den Massenmedien ja gefordert ist - tatsächlich kaum noch Auflagen-Knete machen - dem ist ja der Internet-#hastag in den Sozialen Netzwerken längst zuvorgekommen - und da beißt dann beim Kauf "im Vorübergehen" niemand mehr ad-hoc drauf an - wohl aber mit einer extra zur Schau gestellten angeblichen "vornehmen Zurückhaltung" - mit hehren "pietätvollen" und "würdevollen" Verpixelungen der Leiche des Jungen im Bild - und mit einem superdicken schwarzen Trauerrand auf der letzten Seite wie in der BILD-Zeitung - und dann natürlich mit der Berichterstattung über die Berichterstattung der anderen auch ausländischen Mitbewerber - und dem Interview mit dem Vater des Kindes und einer obligatorischen Tante in Kanada (fast so wie der "reiche Onkel aus Amerika") - zu der man eigentlich aus dem syrischen Kobane hatte aufbrechen wollen ...

Nun - was machen unsere Regierungen - von uns allen gewählt und bezahlt - was unternehmen sie jetzt für Kraftanstrengungen, wo sind ihre außergewöhnlichen nachhaltigen Lösungsvorschläge - wo ist die Gipfelkonferenz dazu, damit Aylans Tod sich nicht wiederholt - und der Tod von 71 Vertriebenen in einem Kühl-Lkw letzte Woche in Österreich - und der Beinahe-Tod von 24 Männern in einem Sprinter-Kastenwagen-Van, an dem die Schlepper die Türen zugeschweißt hatten - und der Tod von Tausenden und Abertausenden Ertrunkenen im Mittelmeer - damit das Elend endlich endlich ein für allemal gestoppt wird ... ????

Wann starten die ersten Lufthansa-Maschinen aus Tripolis, aus Damaskus, aus Kairo, Nairobi, Accra - aus Kabul und aus Islamabad um in einer Art "Luftbrücke" (wir älteren Deutschen kennen das ja noch - damals - aus Berlin ...) die Flüchtlinge und Vertriebenen, die zu uns wollen, sicher und mit einem Freiflug-Ticket zu holen ... - von den streikfreudigen Lufthansa-Piloten vielleicht zu neuen Tarif-Konditionen - um diese Flugreisenden dann zu registrieren, in Hotels und leerstehenden Kasernen einzuquartieren (The British Forces Germany verlassen ja Deutschland nach und nach in den nächsten Jahren ... - und die Bundeswehr wird immer kleiner ...), ihnen Aus-, und Fortbildungen und Eingliederungsmaßnahmen angedeihen zu lassen - wie sich das - Herrgottnochmal - für Christen und muslimische Menschen schickt - und eigentlich selbstverständlich sein sollte ...

Und die Türkei, die doch so gern zur €U gehören würde - warum kann sie keine Flüchtlinge vor Ort registrieren und normal wie andere Gäste bzw. Touristen behandeln - und dann in einen Flieger setzen, der vielleicht gerade Besucher dort abgesetzt hat: einmal Touristen - einmal Flüchtlinge - immer im Wechsel ... - und insgesamt etwas besser in die Puschen kommen als beim Mannschaftswechsel von Kevin Großkreutz (von Borussia Dortmund nach Gala Istanbul) ... Warum muss Vater Kurdi für seine Familie ein Schlepper-Boot von Bodrum nach Kos anheuern, wenn eine ganz normale Touristen-Fähre nebenan regelmäßig in nicht einmal 30 Minuten Überfahrt dorthin fährt, wobei die einfache Fahrt dort 20 €uro kostet, aber Aylans Familie bezahlt für die tödlich endende Schlepper-Überfahrt das Zweihundertfache, nämlich 4.000 Euro, wie der Vater berichtet ...

Wann werden die superrreichen arabischen Ölstaaten in der "Nachbarschaft" von Syrien und Afghanistan endlich politisch dazu motiviert und nachdrücklich aktiviert, ihre Glaubensbrüder aus der "Nachbarschaft" aufzunehmen - anstatt unsinnige Wüsten-Geisterhauptstädte in die Welt zu setzen und unsinnige Fußball-Weltmeisterschaften unter Glaskuppeln zu veranstalten und zum Bau dieser Monstren Sklaven beschäftigen, deren Hitzetod lapidar in Kauf genommen wird ... (wenn da zum Weltturnier niemand hinführe, hätte sich das erledigt ...) ...

Und wann und wo kann jede muslimische Familie ihren Glauben dort wie auch hier und überall in der Welt leben - egal ob Schiiten oder Sunniten - mit Schleier oder ohne Schleier - mit Burka oder ohne - und dadrunter mit geschminkten Augen und lackierten Fingernägeln - oder auch Christen aller Couleur oder Juden aller Couleur oder Voodoo's oder Agnostiker - oder - oder ... - Aber was ist daran das Problem ... ??? - außer vielleicht uralte Ressentiments aus unserem Kollektiven Unbewussten, die dort aber eher im Mittelalter eingepflanzt wurden und sich dort verbildet haben - und somit im 21. Jahrhundert überwunden werden sollten und könnten - die Welt ist doch inzwischen in ihrer Vielfalt ein ganz einfältiges globales Dorf geworden ... - und das alles im Miteinander wäre doch sogar mit den marktkonformen Demokratien kompatibel ... (Sicherung der Sozialsysteme - Konsum - Kaufkraft usw. usf.) ... - und sicherlich auch Gott und auch Allah gleichermaßen wohlgefällig ...

mit Zitaten aus der Neuen Westfälischen  - und dem "blick.ch"