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Sonntag, 27. September 2015

Kinderzeichnung Krieg & Frieden


Bundespolizei Bayern: Zeichnung
Kann ein Kind ein solches Bild malen? Skeptiker im Netz meinen: Nein, die ergreifende Zeichnung, die ein Flüchtlingskind der Polizei in Passau überreicht haben soll, sei gefälscht. Die Beamten wehren sich.

Ein Bild hat in den vergangenen Tagen Tausende Menschen bewegt: Es ist eine Zeichnung, die ein Flüchtlingskind der Bundespolizei in Passau geschenkt haben soll. Sie zeigt, wie brutal es im Heimatland des Kindes zugeht und was es sich von seinem neuen Leben in Deutschland erhofft. Seit die bayerischen Beamten das Bild fotografierten und am Freitagmorgen twitterten, wurde es in den sozialen Netzwerken Tausende Male geteilt und geliked.

Die meisten Nutzer waren bewegt, doch einige zweifelten auch an, dass die Zeichnung echt sei. "Das Bild hat niemals ein Kind gemalt", kommentierte ein Nutzer auf Facebook. Die Figuren seien gewollt kindlich gezeichnet. "Außerdem malt ein Kind kein Dach perspektivisch". Eine Nutzerin vermutete dahinter eine "propagandistische Inszenierung der Polizei".

Die Polizei wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er und zwei Kollegen von der Bundespolizeiabteilung Duderstadt hätten die Zeichnung von einem sieben bis acht Jahre alten Mädchen geschenkt bekommen, sagte der Bundespolizist Michael Piltz zu SPIEGEL ONLINE. "Wir saßen am Montagabend im Eingangsbereich der Clearing-Stelle in Passau an einem Tisch, als das Mädchen zu mir kam, mir das Bild gab und wieder wegging", sagte Piltz. Er kenne weder den Namen noch das Heimatland des Kindes.

Rene Rommel, ebenfalls Polizist, bestätigte die Geschichte auf Facebook und schrieb: "Zuvor habe ich dem Bruder des Kindes einen Papierflieger gefaltet, mit dem der Kleine gespielt hat". Die drei Kollegen aus Duderstadt seien vom 15. bis 23. September in der Clearing-Stelle in Passau im Einsatz gewesen.

In der Registrierungsstelle für Flüchtlinge habe das Bild am Dienstag an einem Trennzaun gehangen, sagte Werner Straubinger von der Bundespolizeiabteilung Deggendorf zu SPIEGEL ONLINE. Er habe die Zeichnung bei einem Besuch fotografiert und gern mitnehmen wollen. Doch die Kollegen hätten es nicht hergegeben. "Sie sagten, sie hätten es geschenkt bekommen und es sei ihnen viel wert", sagte Straubinger.

Am Mittwoch fotografierte ein Pressesprecher des Bundespolizeidirektion München das Bild ebenfalls und teilte es auf Twitter. Seither ist es zu einem Symbol für das Leid der Flüchtlingskinder geworden, die meist traumatische Erlebnisse in ihrem Heimatland und eine wochenlange, lebensgefährliche Reise nach Europa hinter sich haben.

Ob das Mädchen das Bild allein malte, ob sie Hilfe von einem Erwachsenen bekam oder ob sie die Zeichnung eines anderen Kindes vielleicht nur überreichte, ist weiterhin unklar. Vielleicht handelt es sich bei dem kleinen Zeichner auch um einen Jungen, denn der erste Teil der Signatur unten rechts im Bild könnte Mohammed bedeuten. Dort finden sich die Buchstaben MHMD, die im Arabischen für den Vornamen Mohammed stehen.

Wie Tausende Flüchtlinge in diesen Tagen wurde die Familie des Mädchens vermutlich nach einem kurzen Aufenthalt in der Clearing-Stelle in eines der bundesweiten Aufnahmelager weitergeschickt.

SPIEGEL.de

Motiv Diakonie/Caritas-Plakat Flüchtlingshilfe


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Also - wie nun dieses Bild zustande gebracht wurde, ist für mich jedenfalls nicht ganz so wichtig: Ich denke, auf alle Fälle waren an dieser eindrücklichen und aufrüttelnden Zeichnung Kinder zumindest mitbeteiligt - wie auch immer ... Vielleicht ist es ein Gemeinschaftswerk von Erwachsenen und Kindern - vielleicht unter Anleitung von ehrenamtlichen Betreuern der betroffenen Kinder in den Durchgangs- und Registrierungsstellen, vielleicht auch nur von einem Kind - irgendwo - aber wahrscheinlich nicht allein: von einem Jungen, von einem Mädchen - in einer Gemeinschaftunterkunft ... - oder die brutaleren Zeichnungen auf der linken Seite vom Bruder - und die schöneren Szenen mit der "Polizi" auf der rechten Seite von der Schwester - und wie alt der oder die Künstler ist/sind, wissen wir überhaupt nicht ... - ist doch auch eigentlich Jacke wie Hose ... 
Foto: © AFP Syrische Flüchtlingskinder | wochenblatt.de

Schlafzimmer eines Flüchtlingkindes ...




Fest steht, dass 40 % aller Flüchtlinge wohl im Kindesalter sind und wenn sie viel Glück haben hier denn auch ankommen ... Und diese Kinder haben diesen ganzen Weg durchgehalten und Eindrücke gesammelt - und sind mit ihren Eltern bereits von einem Kulturschock in den nächsten gefallen - und haben aus ihrer "Heimat" ebenfalls traumatische Eindrücke mitgenommen - und sie sind natürlich von ihren Eltern beeinflusst, die sie immer wieder motivieren mussten ... Und die ihnen natürlich erzählen mussten, von guten Polizisten und schlechten Polizisten, und vom "gelobten Land" da hinter dem Stacheldraht - und immer wieder auf sie einredeten: "Du schaffst das" - "Wir schaffen das" - "Und wir bleiben zusammen"...

... an der ungarischen Grenze .... | Foto: REUTERS
Schon neulich hielt ein kleiner Junge ein Schild in die Kamera: "MAMA MERKEL HELP US"... Ja - was war das denn: Hat da auch vielleicht ein böser Paparazzi rasch ein Schildchen gemalt und es wegen eines guten Fotos einem verdutzten Kind auf dem Rücken seines Vaters auf dem Flüchtlingsmarsch zugesteckt ... ??? Schreibt ein arabisches Kind solche Buchstaben überhaupt - oder sein Papa... - ja - können die denn überhaupt schreiben ???

Verschwörungstheorien entstehen natürlich hüben wie drüben: War das Foto vom ertrunkenen Aylan (†3) neulich etwa nur ein schlafendes Kind, das rasch an den Strand drapiert wurde ... 
Ist das ganze Szenario um die Flüchtlinge nur eine "getürkte" Kulissenschieberei, um uns hier unsere Ruhe und unsere ungestörte "Sportschau" zu nehmen und uns das Geld aus der Tasche zu ziehen ...

Auf all solchen Stuss kommen nur Menschen, die sich die Welt schön malen und die die schnöde Realität, in der sie leben, zu verdrängen versuchen ... Und die genau zu wissen scheinen, was ein Kind malen kann und was nicht: 

so malte etwa Dietmar ...
.. und so in etwa Angela ...
Vor meiner Einschulung vor 61 Jahren, also 1954, mussten wir beim "Eignungstest" auch schon ein Bild malen - von einem Menschen: Und Dietmar, der neben mir malte, zeichnete den Menschen damals mit allen Rippen - als eine Art Gerippe - und ich fand das etwas gruselig - und deshalb weiß ich das heute noch - aber Dietmar bestand darauf, dass ein Mensch eben auch Rippen habe - und er wisse das - und deshalb müsse er sein Wissen nun zum Besten geben ... - und die Angela (... die hieß wirklich so ...) hinter mir malte da noch mit ihren 6 Jahren tatsächlich eine Art Kopffüßler - und vergaß den Bauch mit den ganzen Rippen doch glatt und stattdessen eine Art Leiter...: Und doch - wir alle wurden damals eingeschult: "Ein jeder nach seiner Fasson" - und aus allen ist "etwas geworden" ... - und zum Teil waren einige von uns auch noch traumatisiert ebenfalls durch vielleicht Flucht aus dem Osten und Übergangsheimen und schlechter Ernährung in den ersten Nachkriegszeiten usw...

Flüchtlingskinderzeichnungen Berlin - REUTERS | SPIEGEL.de


Und auf einem Vergleichsfoto von REUTERS von Zeichnungen von Flüchtlingskindern in Berlin sieht man auf der einen Seite die Vielfalt insgesamt - auch der Nationalitäten - und auf der anderes Seite - liebe Besserwisser - haben manche Kinder die Häuserdächer durchaus "perspektivisch" angelegt - oder sind dazu angehalten worden - so wie auf dem "Polizi"-Bild ... - 

Zum Vergleich: Kinderzeichnung aus dem Kosovo-Krieg | care.de


Also - erst denken - und dann - wenn es denn sein muss - seinen Senf dazugeben ... S!