"

memo

memo
click here - multimedia-linkschlüssel zum "euthanasie"-leidensweg meiner tante erna kronshage

Freitag, 27. November 2015

Auge um Auge ... - impuls für die woche


Knapp zwei Wochen nach den Anschlägen von Paris hatte die Bundesregierung am Donnerstag eine Kehrtwende im Kampf gegen den IS eingeleitet: Deutschland will sich nun auch militärisch am internationalen Einsatz gegen die Terrororganisation in Syrien und im Irak beteiligen - und zwar auch ohne Uno-Mandat.

Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin kritisiert die Bundesregierung: "Es liegt bisher keine überzeugende Rechtsgrundlage vor, und es fehlt ein tragfähiges politisches Konzept für die Befriedung Syriens", sagte er dem SPIEGEL.

"Es ist unverantwortlich, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel dem französischen Präsidenten Francois Hollande einen deutschen Bundeswehreinsatz in Syrien in Aussicht stellt. Wer Bundeswehr-Tornados nach Syrien schickt, der züchtet noch mehr Terroristen und erhöht die Anschlagsgefahr in Deutschland", kommentiert Sahra Wagenknecht die Sondersitzungen der Regierungsfraktionen zur militärischen Beteiligung Deutschlands im Krieg gegen den IS. Die Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Die Bundesregierung wird zu einem wachsenden Risiko für die innere Sicherheit Deutschlands, weil sie aus den gescheiterten Kriegseinsätzen im Irak, Afghanistan und Libyen keine Konsequenzen zieht. CDU/CSU, SPD und Grüne sind unfähig, den Kreislauf aus Bomben, Zerstörung und Terrorismus zu durchbrechen. Der IS muss besiegt werden, indem konsequent sein Nachschub an Waffen und Kämpfern sowie die IS-Finanzströme unterbunden werden. Dazu müssen sämtliche Waffenexporte in die Region gestoppt, die Zusammenarbeit mit den größten Terror-Sponsoren Saudi Arabien und den Golfstaaten beendet und die Türkei endlich dazu bewegt werden, die Grenze zu Syrien für jegliche IS-Unterstützung zu schließen. Die Bundesregierung ist dafür mitverantwortlich, dass diese Maßnahmen bis heute nicht umgesetzt wurden."

-------------------------------------------------------


Ach ja - nun versucht man "in großer Solidarität" "Seit an Seit" den Krieg aus den Metropolen €uropas in die Wüsten und Verwüstungen des Nahen Ostens nach Syrien und Kurdistan und dem Irak zu tragen - und so richtig - mit Tschingderassabum und allem Gedöns: das kostet dem "freien Westen" Milliarden - und man holt sogar verlegen hüstelnd Herrn Putin mit ins Boot und bedauert das "zimperliche Zaudern" Chinas - aber "bringen" wird das alles - nichts ... 


- außer: die Arbeitsplätze bei der weit verzweigten Rüstungsindustrie in Deutschland und in der Welt sind für 2016 erst einmal gesichert - und die Gummidäumlinge zum Geldzählen werden weiterhin irgendwo benötigt - wie z.B. bei der Airbus Group, Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann, Diehl Defence, Thyssen-Krupp und Heckler & Koch nebst all den großen und kleinen Satelliten dieser Firmen und die Banken, die das mitfinanzieren, und die Teile der Kfz-Industrie, die alle satt und reichlich Militärfahrzeuge bauen - und wo man sich um diese lächerlichen Abgaswerte nicht scheren muss ... 
Und der böse "Feind", der sogenannte "IS", kauft ja über undurchsichtige Kanäle z.B. in der Türkei und in Saudi-Arabien ebenfalls fleißig an diesen heißen Quellen mit ein - wo sollte das ganze z.T. hochgerüstete Waffenarsenal denn sonst herkommen ... - ergo: die Wirtschaft wird weiter boomen: Auch eine Seite von: "Wir schaffen das!" ...
Das also ist die Antwort des "Christlichen Abendlandes": "Auge um Auge - Zahn um Zahn" - statt „Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, so wende ihm auch die andere zu“... Matth. 5, 38-41 - Jesus wollte damit - und das sei hier gleich richtiggestellt - beileibe kein neues Gebot ausgeben, dass alle Christen, die man auf die eine Seite geschlagen hat, dem Angreifer die andere Seite für einen weiteren Schlag anbieten sollen ... - nein: man muss den Kontext dieser Matthäus-Passage beleuchten ... Da ist zu allererst der Singular - die Einzahl: "Wenn  dich   jemand" ... - (Jesus sagt ausdrücklich in diesem Falle nicht im Plural "ihr" und "euch" - und er weiß in den einzelnen Texten, die ihm authentisch zugeschrieben werden, da schon zu differenzieren) - hier erteilt Jesus also einem vielleicht etwas aufbrausenden Menschen einen Rat - und dann ist da das "Übel" jener Zeit zu beachten, nämlich die römische Zwangsherrschaft im Land Israels. Römische Soldaten pflegten Angehörigen ihrer Kolonialvölker bei Unbotmäßigkeiten einen "Backenstreich" zu versetzen: mit dem Handrücken (der rechten Hand) auf die rechte Wange zu schlagen: ein Schlag, der den Geschlagenen entehren und tief beleidigen sollte. 

Jesus rät jedoch jetzt dringend dazu, in diesem Fall nicht zurückzuschlagen (was noch mehr Probleme mit sich brächte), sondern dem Schlagenden die andere, linke Wange hinzuhalten und ihn so seinerseits zu beschämen und zu einem friedlichen Verhalten zu bringen: Wer nach einem solchen schmählichen Schlag die Kraft dazu hat, das Gesicht zu wenden, und die andere Wange hinzuhalten, der sagt damit: "Schau her, du kannst mich vielleicht noch einmal schlagen, aber deine Beleidigung trifft mich nicht. Weil du nicht im Recht bist. Du kannst mich damit nicht kleinkriegen. Denn ich weiß, dass ich im Recht bin!" Das Hinhalten der anderen Wange ist so keinesfalls als ein Zeichen des Aufgebens, der Niederlage und Kapitulation von Jesus gemeint, des Hinnehmens des Bösen, sondern ein selbstbewusstes Zeichen des Protestes ...: Ihr könnt mit mir machen was ihr wollt und wenn ihr das eine gemacht habt - könnt ihr das andere meinetwegen auch noch tun - aber ich werde meinen festen Standpunkt deshalb nicht aufgeben - weder nach Rechts noch nach Links schauen: Unbeirrbar meinen Weg verfolgen: "Hier stehe ich - ich kann nicht anders"...! - und sogar die Bayern kennen das ja, wenn sie auch gerade auf dem Oktoberfest mit den Bierseideln aufeinander losgegangen waren - dieses plötzliche: "Sein mia wieda guad" ... 

Hier liegt wohl auch die sprachliche Wiege der Begriffe "Recht sprechen" - Recht geben - richtig -- versus -- "Linkem (ungewöhnlichen - anderen - paradoxen - pfiffigen - auch falschem - linkischen - ungeschickten) Verhalten" - etwas links liegen lassen: Etwas ignorieren" - einen empfindlichen Stoff auf links bügeln - auf links ziehen...

Das Beispiel aus der Bergpredigt muss deshalb immer wieder in andere, neue und zeitgemäße Verhältnisse selbstständig übertragen werden. Wir rekapitulieren deshalb noch mal: Wenn also in biblischer Zeit der Ordnungshüter einer Besatzungsmacht einem Bürger zur Zurechtweisung einen solchen Backenstreich versetzt, geschieht das — wie auch heute oft in der Auseinandersetzung miteinander — nicht, um ihn in erster Linie buchstäblich zu verletzen, sondern es ist die höchste Form einer Beleidigung, die eine Gegenreaktion, eine Konfrontation provozieren soll (z.B. auch beim Fußball: Zinedine Zidan und sein legendärer Kopfstoß im Fußball-WM-Finale 2006 als Re-Aktion wohl auf eine verbale Beleidigung durch den Gegenspieler) ... - womit dann der römische Soldat eine "Handhabe" gegen den Sich-zu-Wehr-Setzenden hat und ihn "zu Recht" bestrafen oder gefangennehmen oder gar kreuzigen könnte ... - Und genau diese vom "Täter" durch sein provokatives Handeln beabsichtigte Gegenreaktion - diese sich ab nun aufschaukelnde Eskalationsspirale, die sich letztlich immer höher schraubt bis hin zum Mord und Selbstmord ganzer Völker, wollte Jesus mit seiner vor-geschlagenen "paradoxen ('linken') Intervention" unterbrechen und unterbinden ... - das gängige quasi automatisch angelegte Verhaltens-Ablaufschema entscheidend abbrechen - und den Anderen damit ebenso entscheidend irritieren zum sofortigen Innehalten: HALT - STOPP - Anhalten - Aufhören - Schluss jetzt ...
Jesus meinte also offensichtlich, dass jemand, der durch einen Backenstreich wie dem des römischen Soldaten auf die rechte Wange — oder auch durch beißende Worte — provoziert wird, sich nicht dazu hinreißen lassen sollte, es demjenigen heimzuzahlen. Er sollte vielmehr versuchen, mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Sache eskaliert und in einem Teufelskreis des Bösen endet.
Und genau dieses Friedensgebot - diesen Verweis auf diplomatische Lösungen - auf so etwas wie Mediation (gewaltlose Konfliktlösung) - auf Reden statt Schlagen - auf paradoxe Unterbrechungen der Gewaltspirale - auf Sozialarbeit und Streetworker mit echten Perspektiven in den Slums und Vorstädten der europäischen Metropolen, wo die emotional ausgehungerten und deshalb für den IS ansprechbaren oft arabischstämmigen Jugendlichen hausen, auf personelles, finanzielles und waffenmäßiges Austrocknen des IS statt des unfruchtbaren Bombardierens - genau diese ur-christlichen Tugenden letztlich "zum Frieden" verweigert dieses "Christliche Abendland" ...
... Und das ist das unlösbare Dilemma der armen Frau Merkel: Gegenüber den Flüchtlingen - nach außen "Hui" ... (siehe "Das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter" - und "Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen", was heute quasi "Merkelesk"  übersetzt: 'Wir schaffen das' heißt (und daran muss ausgerechnet der Linke Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch jüngst im Bundestag erinnern - und diese Matthäus-Textpassage zitieren ...) ...
- von den paar "Verwaltungskrisen" in Berlin und anderswo in den Asylantenheimen mal abgesehen - und dem - für mich immer noch unverständlich - aufgrund der EU-Richtlinie 2001/51/EG verweigerten Ausfliegen von Flüchtlingen  - und zwar direkt aus den Heimatländern bzw. aus den Asyl-Lagern der Türkei nach €uropa - hübsch gerecht verteilt in die verschiedenen Zielflughäfen der Metropolen - das wäre ein großer Schritt zur Gewaltprophylaxe in dieser Welt ...
... aber mit den von der "Wirtschaft" ihr aufgezwungenen neoliberalen turbokapitalistischen "wirtschaftskonformen" Deals zu Krieg und zur Rüstung und "Auge um Auge ..." und gegen den "Frieden" - da lebt Frau Merkel nach innen einfach "Pfui" ... - denn ohne diesen nun mit diesen Beschlüssen immer weiter vor sich hin eskalierenden Krieg gegen den IS hätte sich auch die Flüchtlingskrise irgendwann weitestgehend erledigt ... - Die Flüchtlinge sind ja nach meinem Empfinden sowieso inzwischen zu den "lebenden" Flutwellen oder Fackeln geworden, die der IS bewusst auslöst bzw. zündet und mit seinen Schlepperbanden dann übers Mittelmeer (ver)treibt - "gegen" das Christliche Abendland ... Und wir können sie dann ja nicht abweisen - wir müssen dann helfen - wir müssen unsere Grenzen offenhalten - gemäß dem schon oben zitierten Matthäus bzw. Dietmar Bartsch: "Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen" - wer sollte das sonst tun ... ??? Das hat Adolf Hitler vor 75 Jahren übrigens auch schon so gemacht wie der IS heute: Wen man nicht gebrauchen kann und wer nur ein unnützer Esser ist - und nicht den rechten Glauben hat, der soll verschwinden - irgendwie - irgendwohin - sonst wird eben nachgeholfen ...

Wann wird es da jemals eine Balance geben - in diesem "Christlichen Abendland" - und diesen "Werten der freien Welt" ... ??? Wann wird endlich mit diesen falsch programmierten Eskalations-Spiralen, die in allen Kriegen dieser Welt zu Nichts und Wiedernichts führen - in Geschichte, Gegenwart und auch in der Zukunft - und jüngst schon in Vietnam, dann im Libanon, permanent in Israel und Palästina und immer noch in Afghanistan - wann wird damit endlich Schluss gemacht ...???

Mit "Vernunft" hat dieses an sich ur-"animalische" Kampfesverhalten des Zusammenrottens jetzt rund um M. President Hollande wenigstens nichts aber auch gar nichts zu tun ... - das ist pures restanimalisch-männliches Imponiergehabe (das schreib ich übrigens als Mann ...) - und alle alle - auch die Frauen in den Regierungen - machen da - leider Gottes - mit ...S!

Imponiergehabe - Abb. nach: Barbara Nellen-Caeners | fotocommunity.de