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Donnerstag, 24. Dezember 2015

kreuz zu weihnachten: wo ist jesus ... ???

papst in der weihnachtsmette in rom: "dieses Kind lehrt uns, was wirklich wesentlich ist in unserem leben." - foto: reuters


"Es gibt nichts Besseres für den Menschen, als sich an dem zu freuen, 
was er isst und trinkt, und das Leben trotz aller Mühe zu genießen. 
Doch ich erkannte, dass auch das ein Geschenk Gottes ist."

Prediger 2, 24 NLB




es ist ein kreuz - mit diesen spiegel-aufmachern zu den kirchlichen festtagen ... egal ob zu weihnachten oder zu ostern oder pfingsten - da werden meist interviews mit "experten" geführt - oder verschiedene redakteure stellen eine reportage zur gottesfrage zusammen: es ist immer das gleiche strickmuster: heraus kommt dabei nichts neues - man kann es drehen und wenden wie man will ... auch die experten wissen keine antwort darauf, ob ein gott "oben im himmel" wohnt, oder ob alles nur biochemie ist, was uns hat entstehen lassen und zusammenhält und dann ein für allemal sterben lässt und entsorgt - und was uns für oder gegen flüchtlinge mobil macht - und was uns (nächsten-)liebe erzeugen lässt  - usw. ... 

und die spiegel-leute sind im grunde heilfroh, dass sie immer wieder diese unentscheidbaren titelgeschichten produzieren können, denn das füllt ja ihre kassen mit dem obolus beider lager - gegner und befürworter - und ist wegen fehlender endgültiger (er)lösung immer wiederholbar... mit desinformation kann so ein informationsmagazin immer wieder "neu" - in wirklichkeit mit ollen kamellen - geld machen ...
SPIEGEL-TITELGESCHICHTE click here

da bildet man heuer auf dem titelbild die schlagzeile "vom himmel hoch" ab und lässt einen alten bärtigen mann ach gottchen sich auf mutter erde stürzen - der heiligenschein flattert ihm dabei vom haupt - also alles eher schein als sein ... - wie ein kopfüber-weihnachtsmann vor sternenhimmel und sonnendämmerung am horizont: "ist gott ein irtum? und der mensch nur ein zufall?" fragt man sich bedeutungsschwer - und dann wogt da im innern des magazins eine diskussion zwischen einem pfarrer als theologen und einem astrophysiker als naturwissenschaftler hin und her - und jeder von ihnen sagt das, was ich hätte diesen beiden in einem fiktiven rollenspiel auch vorher bereits in den mund legen können: ein jeder redet nach seiner "façon" - wie ihm der schnabel gewachsen ist - sie enttäuschen die ihnen zugewiesenen rollen nicht: der theologe sieht den schöpfer, zumindest eine instanz, von der wir letztlich abhängig sind - und für den astrophysiker setzt sich alles nach und nach zufällig zusammen und ändert sich nach und nach - dann aber nicht mehr so zufällig, sondern nach den beobachtbaren und messbaren wissenschaftlich niedergelegten naturgesetzen, meint der astrophysiker - aber wer hat diese "gesetze", die wir beobachten und messen können, denn erlassen und festgelegt ... ???

was war zuerst - huhn oder ei ... ???

da hat der "spiegel" also einen pastor und einen astrophysiker zum gespräch gebeten - und ihnen von vornherein die aufgabe gegeben "sie sollen über gott im jahr 2015 streiten"... (das steht da im einführungstext zum interview tatsächlich so banal ...) - und weiter:  "darüber, warum menschen auch im 21. jahrhundert noch glauben" ...(als wäre "glauben" ein begriff vielleicht nur bis zum mittelalter - und irgendwann nach der sogenannten "aufklärung" einfach abgeschlossen ... - ich glaub hier keinem mehr irgend etwas ... - erst recht nicht dem "spiegel" ) - "warum unsere welt der zahlen und fakten nichts überirdisches mehr wissen will und kann"... (in jeder buchhandlung und bei amazon finden esoterische themen weiterhin reißenden absatz - aber auch seriöse religiöse texte sind gefragt ...) - ... und dann kommt es zum "kern" des ganzen unterfangens:  ... "ob es nicht vielleicht doch da oben irgendjemanden geben könnte, irgendwo" ... (ja - wo laufen sie denn - wo laufen sie denn nun - "oben" oder "irgendwo" ...???) ... "etwas, das barmherzigkeit gewährt und nicht immer mehr kriege zulässt" ...: da ist er wieder - der olle weltenlenker - der liebe gott mit weißem bart und nachthemd - der mit uns "schach" spielt: da mal nen krieg - da mal nen kleines auschwitz - da mal ein paar millionen flüchtlinge, da mal son bissken is und konsorten ...: und doch spüren alle beteiligten - mit "gott" hat das fast nichts zu tun: diesen zinnober veranstalten durchgetickte menschen, die ihren gott schon lange einen "guten mann" sein lassen ...

ich sag ja: es ist ein kreuz mit diesen redakteuren, die auf die auflagenhöhe schielen müssen beim abfassen ihrer texte - und auf die glaubensdummheit, die allerdings - redaktionsstuben eingeschlossen - in diesem "christlichen abendland" grassierend herrscht, da wo montags die pegida-bewegung in dresden die "christlichen werte" gegen die muslimischen unterwanderer verteidigen muss ...

wer immer noch einen alten herrn mit grauem bart aus dem himmel stürzen sieht und den als einen anzubetenden "gott" auf seinem "seriösen" magazin-titel abbilden lässt - überhaupt - wer den gott immer noch "oben im himmel" verortet, hat nicht allzuviel in dieser hinsicht bisher an sich gearbeitet ... dem gehen wahrscheinlich innerpsychische bzw. emotionale begriffe, "gewissensfragen", ein "flaues gefühl im magen" oder eine beschwingtheit oder mit-gefühl, verliebtheit, erbarmen, einfühlungsvermögen, mitleid und barmherzigkeit, trauer, verlust - oder neudeutsch: empathie - usw. irgendwie sowas von am ar... vorbei ... - so dass man wohl in abwandlung von ikea fragen muss:"vegetierst du noch oder lebst du schon?" ... da sind doch - behaupte ich mal -  in jedem menschen wenigstens ansatzweise diese w-fragen vorhanden: 


w-fragen - die "basics" des menschseins
- und der naturwissenschaftler versteigt sich doch tatsächlich in die aussage:„es geht hier um die frage, ob die menschheit ohne religion besser dastünde. und ich sage: ja.“ dabei - so behaupte ich mal - ist "religion" der menschlichen seele bzw. psyche irgendwie immanent ... da fahndet der mensch wie von selbst nach antworten in seinem selbst - oder verdrängt diese fragen mehr oder weniger geschickt und spaltet sie ab, wo sie aber weiter rumoren werden - und er wird vielleicht darüber krank ... - denn darüber gerät er ins grübeln, träumt er, fantasiert er ... - auch der allercoolste ... 

... und zu dem geschwafel des naturkundlers lässt sich noch fiktiv antwortend hinzufügen: „es geht hier um die frage, ob die menschheit ohne natur und astrophysik - also ohne meteoriten, vulkane, stechmücken, schimmelpilze, tsunami, wirbelstürme, verkrüppelungen bei der geburt, eiszeiten und wärmeperioden, feuer, überflutungen, seuchen, aids, genmanipulationen usw. - besser dastünde. und ich sage: tja - was soll man dazu sagen....“

und der astrophysiker  - wohlgemerkt - sagt dann auch etwas im grunde sehr theologisches, dass auch die verteidigung des gottes-glaubens hätte sein könnte:
... "nein, die tatsache, dass wir etwas in unserem bewusstsein nicht abbilden können, sagt ja noch nicht, dass es das nicht gibt. niemand von uns hat ein schwarzes loch in der hand gehabt oder ein Stück eines neutronensterns, das vielleicht auch die größe dieses glases hier vor mir hat, aber viele millionen tonnen schwer ist. das ist unvorstellbar. und doch wissen wir, dass es das gibt"... - darauf der spiegel sehr richtig: "man muss es glauben, wie bei einer religion" ...  der astrophysiker: "nein, das ist gerade der unterschied. das universum in diesem glas beruht auf beobachtung und berechnung. religion hingegen ist ein weltmodell, das komplett der fantasie entspringt" ... - ergo: religiös theologische fantasie und naturwissenschaftliche fantasie sind noch lange nicht dasselbe: wat den eenen sin uhl, is den annern sin nachtijall - aber beides ist ja zumindest fantastisch ...

der theologe könnte hier dem naturwissenschaftler mit den gleichen worten und genau der gleichen plausibilität entgegnen: ... "nein, die tatsache, dass wir etwas in unserem bewusstsein nicht abbilden können, sagt ja noch nicht, dass es das nicht gibt. niemand von uns hat gott jemals gesehen oder gar fotografiert oder ein Stück seines "heiligen" geistes, seines "spirits", der vielleicht nur die größe dieses fliegenschisses hier vor mir hat, aber vielleicht das mitgefühl mit unserem nächsten bewirkt. das ist unvorstellbar. und doch wissen wir - ja sehen wir zur zeit gerade in der flüchtlingsfrage - dass es das gibt"...

der astrophysiker dräut auch dem schöpfergott mit dem wissenschaftlichen finger: "jemand, der eine Welt schafft, in der alle menschen sterben müssen: was macht das für einen sinn? was wäre denn das für ein grausamer schöpfer? ich weiß ja nicht, was ihre bibel dazu sagt?" 
darauf entgegnet der theologe: "sie sagt uns, dass wir sterben werden und lernen müssen, damit umzugehen. wir wissen das im grunde von anfang an. seit unserer geburt leben wir in dem bewusstsein, dass unser leben endlich ist. aber solange wir nicht auf irgendeinem planeten ein wesen entdecken, das uns ähnlich oder gar überlegen ist, macht uns dieses wissen auch bescheiden und ehrfürchtig. unsere einzigartigkeit macht uns demütig" ...

dazu sei von mir angemerkt: ein leben ohne sterben wäre eine elende vergreisung - ganz zum schluss eine qual - wenigstens nach den bisherigen beobachtbaren und messbaren "naturgesetzen", denn in jedem bestehenden altenheim jammert jemand: ach - wenn ich doch nur bald sterben könnte - wann holt mich gott endlich wieder zu sich ...??? - von der ständigen diskussion um sterbehilfe und echter "euthanasie" mal ganz abgesehen: leben ist ein geschenk - sterben ist ein geschenkim menschlichen leben ist es genau wie im übrigen weltall, dessen allerwinzigster teilaspekt ja das menschliche leben letztlich ist (wir bestehen ja genau betrachtet aus "sternenstaub" - wie es nicht nur im schlager*) heißt): es ist eine ewige schöpfung - ein werden und vergehen der welten, der gestirne, der zutaten, die "leben" ausmachen - und neues entsteht - durch das neue zusammenfügen der immer gleichen winzigsten einzelkomponenten - leben und sterben fügen sich so zu einem ewigen lebensfluss aneinander = nichts kommt hinzu - nichts geht verloren - alles bleibt und wird trotzdem immer wieder neu - aber wegen all diesem leben und sterben in menschheit und universum gibt es ja diese ständige hochspannende "action" - "beobachtbar" in und um uns herum - in diesem leben - oder in einem gänzlich anders zusammengesetzten sosein - zu deren energiefelder jedes einzelne durchlebte leben - jedes winzigste molekül - etwas beiträgt - geistig und physisch - und in nuancen verändert weiterträgt - und überhaupt tatsächlich unsterblich ist ... - mit einem guten teleskop können wir ja bereits heutzutage in nach uns oder vor uns liegende zeitdimensionen blicken ... - wenn etwas lichtjahre entfernt aufflammt ... 

und auf all diese basic-fragen suche ich nicht "oben im himmel" einen gott : sondern suche und spüre diesen gott in mir, wie jesus uns das eigentlich unmissverständlich bereits vor 2000 jahren mitgeteilt hat - wenigstens hat dieser redakteur lukas das im 17. kapitel, vers 20-21, so von ihm notiert: gott und sein reich ist nicht hier oder da - wir müssen sein kommen und eingreifen nicht erwarten - denn er ist bereits mitten in und unter uns ...

wenn wir ihn nur tatsächlich versuchen wahrzunehmen - in unserer inneren weihnacht immer wieder neu geboren in uns - wächst er in uns heran und nimmt gestalt an - manchmal vergessen wir ihn - und er uns - aber er wartet und nimmt uns immer wieder - wenn wir denn suchen - neu an - wie einen "verlorenen sohn" ... er bewahrt uns, führt uns - hält zwiesprache durch das, was wir als unser schlechtes oder gutes "gewissen" hören und durch "gewissensbisse" zu spüren bekommen - was uns lenkt, wenn wir nicht gerade völlig "gewissenlos" sind: aber wo kommt das sonst alles her: alles was lebt: alles was wir essen und trinken: alles was sich aus sich selbst heraus bewegt und kringelt und kriecht ... - da war am anfang ja kein elektronik-spielzeug - sondern der "odem gottes" - sein belebender atem, wie das die antiken protokollanten auszudrücken vermochten - also: wer lässt uns atmen, wer lässt unser herz schlagen,  warum wachsen die fingernägel und haare - auch ganz ohne koffein im schampoo ... - wie planbar und voraussagbar ist das mit leben und tod - und dem davor und danach ...

und gerade dann, wenn wir naturwissenschaftlich denken - sollten uns diese spontan agierenden vitalkräfte in ihren unterschiedlichsten tatsächlich unberechenbaren oder vorhersehbaren dynamiken zu denken geben, die kein mensch je erfunden hat, die wir vor"finden", die uns umgeben und durchdringen - auf einem ganz bestimmten auch geistig flankierten entwicklungsmoment und -niveau - diese geistigen vitalkräfte, die vor uns waren und nach uns sind - in ständiger "ent-wicklung" und ausdifferenzierung und aufspaltung - immer anders - aber auch durch und mit uns weiterentwickelt und verändert in ihren jeweiligen niveau-nuancen ...

und wenn schon zu weihnachten und den anderen kirchlichen jahres-festtagen der "spiegel" uns immer wieder seine titelgeschichten hier unterjubelt wie kalten kaffee und uns damit echt geld aus der tasche zieht, mit seinem zynisch-dummen gefrage nach einem gott im himmel, wo jeder gescheite wissenschaftler heutzutage weiß, dass bei jedem woher-wohin-szanario irgendwann der schöpfergott zumindest als initialzündung auf der matte steht - und modernere gläubige ahnen, dass gott und sein reich sich in uns ausbreiten, in unserer denke, wenn wir nur die "ohren haben, es zu hören" - wie jesus das auszudrücken beliebte, also so sensibel werden, dieses göttliche in uns wahrzunehmen - und so habe ich vor ein paar tagen bereits einen text zu der suche nach diesem jesus heutzutage verfasst - einen text, den ich hier zu weihnachten aber nochmal als meine "weihnachts-titelgeschichte" mit diesem text hier zusammengestellt habe ... - zur lektüre über die feiertage - und hoffentlich als initialzündung zur eigenen recherche ... 

jedenfalls das ominöse spiegel-interview endet mit der "erkenntnis" des naturwissenschaftlers: ... "und dann kommt immer irgendwann der punkt, an dem meine schwester sagt: „... komm, sei nicht dumm, du weißt doch, dass es da einen gott gibt.“

und dem ist wohl nichts hinzuzufügen ...

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*)Ich + Ich -- Vom selben Stern (...leider mit werbung vorher ...)



zu meiner weihnachts-titelgeschichte, die ich zu meinen überlegungen zu einer zeitgemäßen spiritualität zusammengestellt und gestaltet habe - hier unten auf das titelbild clicken ... 

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in den verfassten kirchen dieser welt ist der lebendige jesus wenigstens kaum noch zu finden - deshalb braucht es eine neue spiritualität, die das leben jesu mit zum inhalt hat ... - wenn sie verstehen was ich meine ... 

also - chut choan - wird schon wieder
S!