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Freitag, 11. Dezember 2015

krieg beenden | impuls für die woche | 400 km bis zum frieden ...


Jeder kann einen Krieg beenden ...

Frieden ist möglich: Der zen-buddhistische Mönch Claude AnShin Thomas, ehemals amerikanischer Soldat in Vietnam, sagt in Bielefeld: "Wenn du willst, dass die sich Welt ändert, musst du dich ändern"

VON ANSGAR MÖNTER

Zen-Buddhist-Mönch Claude AnShin Thomas  - foto:badische ztg.
Mit 18 Jahren trug er Militäruniform und Sturmgewehr, kämpfte im Vietnamkrieg, tötete Menschen; heute, mit 68 Jahren, trägt er die Robe eines zen-buddhistischen Mönchs, meditiert, spricht über Frieden, lebt Frieden. Der Amerikaner Claude AnShin Thomas hat sein Leben und Erleben komplett verändert. Er hat den Krieg beendet - in sich selbst. Jeder kann das. Sagt er. Darüber sprach der Mönch in Bielefeld vor gut Hundert Zuhörern.

Der Abend beginnt zeremoniell. Thomas wendet sich meditativ, stehend, nach und nach in alle Richtungen, die Hände zusammengelegt, ein Räucherstäbchen haltend. Es ist still, niemand spricht, niemand raschelt oder ruckelt. Dann nimmt er das Mikro in die Hand, wiegt es kurz hin und her und hält es an seine Wange, imitiert eine Rasur. Ein Gag. Er strahlt, die Besucher lachen. Es kann beginnen. 

Thomas spricht über die zen-buddhistische Praxis. "Es geht nicht darum, Gefühle zu beseitigen, es geht auch nicht darum, etwas zu bekommen." Er bricht Konzepte. "Wenn du denkst: das ist es, ist es das nicht; und wenn du dein ganzes Leben darauf ausrichtest, glücklich sein zu wollen, dann ist das Leiden." Sein Rat: "Lass diese Ideen los." Die Ideen von Glück und Erfolg. Denn sie sind nichts anderes als Begierden, Habenwollen, also Leid. 

Claude AnShin Thomas spricht über Individualität. Er sagt: "Die gibt es in Wahrheit nicht." Wir lassen uns täuschen von dem Bild im Spiegel, von unseren eigenen Projektionen und Glaubenssätzen. Die werden geformt durch unsere DNA, Kultur, Bildung, Politik, Religion. "Ich bin die körperliche Manifestation meiner Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und, psychologisch, meiner Aktionen und deren Konsequenzen daraus, auch Karma genannt." 

Er verweist auf die sogenannte Individualität, auf unser Ego als Ursache für Krieg. "Sind wir uns dessen bewusst?" Wenn wir die Welt verändern wollen, sagt der Mönch, müssen wir uns ändern, "wir müssen den Krieg in uns selbst beenden". Spirituelle Praxis führe dahin.

Mit 18 zog Thomas in den äußeren Krieg. "Ich war überzeugt davon, zu schützen, also etwas Gutes zu tun." So seien die Ideen, die wir erschaffen. Stimmen sie? "Wir haben mit einem Krieg den Holocaust beendet, aber nicht die Genozide auf der Welt." Die Kriege gehen weiter. Wir wollen helfen, doch machen alles schlimmer. Das passiert, "denn Krieg ist sehr persönlich, er wurzelt in jedem von uns." 

Wollen wir also Gewalt beenden, müssten wir bei uns selbst anfangen. Erwarten wir das Ende des Krieges im Außen, von anderen, ohne uns des eigenen Zorns bewusst zu sein - und um ihn am Ende zu transformieren in Mitgefühl -, gehe der Krieg weiter. 

Claude AnShin Thomas sagt, der Friedensprozess eines jeden kann morgens beginnen, vor oder nach der Toilette, wie es passt. "Setz' dich auf einen Stuhl, die Füße auf den Boden, achte auf deinen Atem, der durch die Nase ein- und den Mund austritt." Fünf Minuten Meditation wären ein Anfang. 

"Aber", mahnt er, "es gibt nichts zu erreichen".

S!NEDi|photography



Text: © 2015 Neue Westfälische, Freitag 11. Dezember 2015



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jeder kann (s)einen Krieg beenden ... - auch die spd ...

gestern war der olle schröder gerhard mal wieder bei der spd - und alle schreiben, das wäre historisch, das wäre das erste mal seit 8 jahren spd-abstinenz: und was war der kernsatz: "ohne frieden ist alles nichts" ... - und frieden ist ja die abwesenheit von krieg - und doch hat ja die jetzige spd eben in abwesenheit des altkanzlers aber mit "django" steinmeier als außenminister dabei jetzt mitgemacht ... (... wenn der steinmeier so mit seinen heruntergezogenen mundwinkeln nach diesem spd-rednerschul-training schwadroniert, kommt mir immer die assoziation "django - zieh..." hoch -- friedvolles ist in diesem immer gleichen hau-drauf-gesichtsausdruck für mich nicht zu erkennen ...)  - ... und der gabriel mit seinen klammheimlichen unterschriften unter deutsche waffenlieferungen in arabische länder - sie haben mitgemacht bei dieser kriegsweihnacht 2015 - der ersten kriegsweihnacht nach 70 jahren ... - 

und da feiern sich die genossen - da umarmen sie sich endlich nach jahrelangem angeblichen zwist (... wenn es denn positiv zur auflagenhöhe ihrer jeweiligen "memoiren" passt, die andere für sie verfasst haben ...) - 

aber so "brüderlich" (... "zur sonne - zur freiheit" ...) geht es ja bei der spd - auch auf den lokalen ebenen gar nicht zu: da geht es wie in all den politischen und unpolitischen interessenverbänden in erster linie um pöstchenschieberei und der vermehrung des eigenen vermögens, um lobbyismus, um neo-liberale wirtschaftspolitik, auch mit diesen vermaledeiten agenda 2010 und hartz IV, den "großen lebenswerken" dieses altkanzlers schröder, der mit diesen "großtaten" die spd in ihren 25-%-wählerzustimmungs-elfenbeinturm beförderte und bis auf jahr und tag dort eingekerkert hat (... wer hat uns verraten ... - ...) - so dass man nun eben als mehrheitsbeschaffer der cdu/csu fungieren muss - und alles - eben auch dieses apostrophierte "nichts" ohne frieden - einfach mitmacht - also auch den kriegsgang angeblich gegen den is - und alle wirtschaftssanktionen (gabriel ist übrigens wirtschaftsminister ...) gegen das sozialistisch regierte griechenland - 

"ohne frieden ist alles nichts": also nur hohle und leere fensterreden - zitate großer alter spd-politiker, wobei der eine aber auch schon den nato-doppelbeschluss mit pauken, atomkanonen und trompeten durchsetzte und selbst ein äußerst strammer verteidigungsminister war ... ("mit mehr waffen für mehr frieden" ... - dieser quatsch ist in der welt nie angekommen ...):  "ohne frieden ist alles nichts" - und doch - der frieden muss bei einem selbst anfangen - morgens vor dem spiegel im badezimmer oder "vor oder nach der toilette, wie es passt", sagt claude an|shin thomas, ein zen-buddhist und ehemaliger vietnam-kämpfer ... 

S!NEDi|photography


und deshalb soll dieser gefundene lokal-zeitungsbericht über seine bielefeld-visite hier - rund 400 km vom spd-parteitag in berlin entfernt - mein "impuls für die woche" sein: auch eine lange distanz liegt nämlich zwischen den fensterreden in berlin und den umarmungen der alten zockerfreunde aus der hannover-connection schröder und gabriel und diesem zarten friedenspflänzchen, was uns der buddhistische mönch claude an|shin thomas da einpflanzen möchte - zunächst eben einfach als impuls - den wir dann mit unserem lebenswasser begießen und ihm nahrung geben müssen, damit er auch in den köpfen nicht einfach zu einer spd-fensterreden-floskel verkommt: "ohne frieden ist alles nichts" - das gilt eben auch morgens ganz allein und ganz selbstehrlich statt selbstherrlich vor dem spiegel im badezimmer oder "vor oder nach der toilette, wie es passt" - genosse schröder - genosse gabriel - genosse steinmeier - genossin nahles (als feigenblatt- und quotenfrau hintendrein mitgenannt ...) und alle genossen da in berlin und anderswo...


...wenn sie verstehen was ich meine - und chuat choan - 
wird schon wieder S!