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Donnerstag, 17. Dezember 2015

sprachverwirrung in der parallelgesellschaft - gedankenblitze

In ihrer Regierungserklärung zum EU-Rat warnte Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch die europäischen Partner vor einem Rückfall in die Nationalstaaterei. 
"Abschottung ist im 21. Jahrhundert keine vernünftige Option", sagte Merkel im Bundestag mit Blick auf die Flüchtlingskrise, aber auch auf die Terrorbedrohung oder den Klimawandel. Diese schwierigen Herausforderungen seien nur gemeinsam zu bewältigen. "Deshalb dürfen wir gerade in schwierigen Zeiten nicht der Versuchung erliegen, in nationalstaatliches Handeln zurückzufallen."

Und am Dienstag - 24 Stunden zuvor - sagt die gleiche Frau Merkel: "Multikulti führt in Parallelgesellschaften und Multikulti bleibt damit eine Lebenslüge..." - und seit 2010 verkündet sie ihre Erkenntnis: "Multikulti ist gescheitert - endgültig gescheitert ..." - knapp nach dieser Erkenntnis auf dem Bundesparteitag der Jungen Union gratuliert sie bei einem Länderspiel - also fast noch im gleichen Atemzug - dem "deutschen Fußballnationalspieler" Mesut Özil in der Umkleidekabine zum Sieg "gegen" die Türkei ...

Ja - und im übrigen sagt der abgehalfterte Ex-Kanzlerkandidat der SPD Peer Steinbrück in der neuesten ZEIT einen bemerkenswerten Gedanken zu Merkels Flüchtlingspolitik: Zu ihrem gebetsmühlen- bzw. mantra-artig vorgetragenen Satz: "Wir schaffen das!" - und nun sogar noch stolz und unter tosendem Applaus hinzugefügt: "Ich kann das sagen, weil es zur Identität unseres Landes gehört, Größtes zu schaffen..." - müsse nun noch neben der emotionalen Willens- und Durchhalteparole endlich die politische und leitungsrelevante Umsetzung und Weisung treten: WIE schaffen wir das ??? ...






also - ich kann mir nicht helfen - aber entweder denke ich wirr - oder die kanzlerin redet wirr ... für mich: ist der größte anzunehmende gegensatz "nationalstaatlich" begrenzten denkens eben die öffnung der grenzen - zu einem ein- und auswanderungsstaat - die einwanderung von flüchtlingen beispielsweise - und vielleicht deren auswanderung wieder in einigen jahren - und damit - machen wir uns doch nichts vor - ist das für mich wenigstens "multikulti" ... 


multikulti in einer uropäischen einkaufsstraße oder anderswo - die sind schon so "multikulti", dass sie sich auf dem kontinent und in der ganzen welt jenseits aller gedachten grenzen zum verwechseln  ähnlich sehen ...

dieses ewige gelaber von einer deutschen "leitkultur" (von der niemand weiß, was sie ist ...) - wird bereits mit der vielfalt "unserer" einzelnen bundesländer ad absurdum geführt: ist das münchener oktoberfest deutsche leitkultur ? - oder der kölsche karneval ? - oder die schwäbische sparsamkeit bei gleichzeitigem milliardenschweren "stuttgart-21-bau" ? - oder die römisch-katholische christliche glaubensvariante oder die griechisch-orthodoxe, oder die altkatholische - oder doch die lutherische, oder die reformierte, oder die der vielen "evangelischen" freikirchen ...: sind die "toten hosen" leitkultur ?, herbert grönemeyer, wolfgang niedecken, franz-josef degenhardt oder konstantin wecker - goethe, grass, böll, celan oder schiller ... ?, baselitz, jonathan meese oder anselm kiefer - rainald goetz und/oder frank witzel oder der daniel kehlmann ... ??? - um mal nur einige(s) zu nennen ... - 

nun - du wirst einwenden, dies alles könne man ja nicht miteinander vergleichen: eben - man kann diesen kleinen ausschnitt einer (multi-kulti-)vielfalt schon nicht miteinander vergleichen: was ist dann erst die deutsche "leitkultur", denn die kultur hat ja auch noch implizit viele viele völlig verschiedenartige facetten, die sich im globalen mit- und gegeneinander und im austausch noch einmal vermischt haben ...: was ist das dann, "was auf keinen fall auf der strecke bleiben darf ...???", die sprache - die sich duch das internet mit immer mehr anglizismen durchsetzt (Beispiel: "das hab ich mal gedownloaded für mein blog, das ich ja für meine vielen user regelmäßig updaten muss" ...): was ist deutsche leitkultur ??? - und warum ist multikulti eine "gescheiterte lebenslüge", die zu "parallelgesellschaften" führt ... - sind in einem vereinten uropa vom nordkap bis zur sahara und von island bis zur türkei - und in einer global miteinander kommunizierenden welt "parallelgesellschaften" etwas böses und igittigitt ... ??? 

gemeinsames "multikulti"-mahl in einer dortmunder "multikulti"-wg - foto: spiegel.tv





wenn doch hier in deutschland bereits bayern, ostfriesen, nordfriesen, eine "große" dänische minderheit, sachsen, türken, griechen, japaner, schwaben, württemberger, muslime, russlanddeutsche mennoniten mit bruderschaftlichen waldensern und baptisten und hinduisten neben den anderen vielfältigsten christen und den anderen glaubensgemeinschaften sogar mit angeblichen "agnostikern" - und dröge westfalen mit alaaf- oder helau-rufenden jecken, borussia dortmund mit bayern münchen und rb leipzig und dem 1. fc paderborn relativ friedlich zusammenleben ... ist das dann nicht bereits eine "parallelgesellschaft" ??? - bzw. was hält dieses gebilde zusammen ... ??? die grenzen von 1937, die grenzen des heiligen römischen reiches deutscher nation, die grenzen im friedensvertrag von hastenichtgesehen - die uropäische union, das schengen-abkommen ... ??? 

die nationalen grenzen - die vielzitierten "außengrenzen" des landes, des staates und der u - sind gedachte menschliche hirngepinste, irgendwann aus irgendeinem grunde - zumeist nach irgendwelchen verheerenden kriegen und auseinandersetzungen in wahrscheinlich "nächtlichen" friedenskonferenzen fixiert und protokolliert und paraphiert - zumeist von menschen, die längst tot sind und deren beweggründe sich längst überholt haben - und diese grenzlinien sind dann entsprechend befestigt und gekennzeichnet oder eben auch nicht ... - je nach dem ... solche gebilde sind also nicht "natürlich" gewachsen oder gar "gottgegeben" ... - und wir "geteilten deutschen" sind ja damit "groß" geworden: mit hüben und drüben und rübermachen und flucht und grenzzaun und stacheldraht usw. - doch als solche gibt es diese grenzen zwischen den nationalstaaten erst seit der uropäischen neuzeit, also seit dem 15./16. jahrhundert - alles in allem seit 500 jahren etwa - sooooooo lange also noch nicht ...

und zwischen den staaten und ihren grenzstreitigkeiten (siehe russland und die ukraine und die krim oder das wilde kurdistan - oder indien und pakistan - oder china und tibet und nord- und südkorea - deren grenzen noch oft von alten imperialistischen großkolonialmächten am grünen tisch gezogen und ausgehandelt wurden - oder die mitgift für die "intelligent strategisch zu verheiratende" tochter waren usw.) - da geht es genauso zu wie beim streit um den apfel, der vom baum des nachbarn auf "das andere" grundstück gefallen ist: auch wenn die frucht bereits faul und wurmstichig ist, bleibt die frage, wem der apfel "gehört", wer ihn also aufheben oder entsorgen darf oder muss ... - und ob man dem "geschädigten" nachbarn ein glas mit apfelgelee zur "wiedergutmachung" anbieten darf - soll - muss - oder verweigert ...

was hält also diese menschen zusammen: der gleiche pass, die unterschiedlichsten urlaubsziele all dieser reise- und fußballweltmeister ??? - die "heimat"??? 

für immer und ewig: schalke - für immer westfalenstadion, das allerdings offiziell längst signal-iduna-park heißt - oder die bielefelder alm, die nun schüco-arena genannt werden muss, und zwar im wdr genauso wie bei sky, bei rtl und in der ard und bei arte und 3sat ... - 
was ist "deutsche kultur" ... - was ist eine "parallelgesellschaft" ??? 

und wenn die merkel angela schon davor warnt, "in nationalstaatliches Handeln zurückzufallen": warum gibt es dann in uropa und in der welt überhaupt "nationalstaaten" - und 194 staaten, die neulich diese tolle umweltvereinbarung verabschiedet haben, warum singen wir - die 3. strophe versteht sich - vom "lied der deutschen" von hoffmann von fallersleben - und warum nicht in ganz uropa: "freude schöner götterfunken" ... - oder irgendeinen text zur uefa-championsleague-hymne - warum ist berlin unsere "hauptstadt" und nicht mehr bonn - oder inzwischen längst brüssel ... - im "vereinten uropa" ... - sprachverwirrung - und "ja - aber"... - und damit ich es verstehe, muss man es mir übersetzen - im politischen handeln - wie steinbrück fordert - eben nicht nur "wir schaffen das!" - das ist ja klar - aber "wie schaffen wir das?" ... - 
wenn sie verstehen, was ich meine, und chuat choan - wird schon wieder ...S!