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Sonntag, 13. Dezember 2015

traum: lasst uns ein anderes lied singen, jungs ... | gedankenblitze


was ist das nur für ein traum heute nacht gewesen - von dem ich noch immer etwas umgarnt bin: ich bin darin auf einem dieser gruppendynamischen selbsterfahrungs-trainings, denen ich mich in meinem früheren berufstätigen leben immer mal wieder unterziehe - und die ich immer mehr genießen und lieben lernte: neben mir sitzt eine dieser typischen "karin"'s - das ist für diesmal einfach eine austauschbare protagonistin für diese in meinen träumen immer mal wieder auftauchende "karin"-rolle -: also kein klares zuzuordnendes identifizierbares gesicht - aber eine besondere art und stimme - und diese vertraute lose aber herzliche zuneigung: und ein paar reihen weiter agiert gerade die monika, die einen festen stammplatz in meinem traumensemble einnimmt - in einer hier jetzt gespielten und ihr aufgegebenen rollen-sequenz: sie soll wohl irgendwie "unmoralische angebote" kreieren, ist etwas kurzatmig dabei - mit gerötetem gesicht, sie soll flirten auf deubel komm raus ... also sie macht das ganz gut - aber wirkt dabei so abgehetzt, so aufdringlich - fast übergriffig - wie in einer ballett-szene mit vorgeschriebener schrittfolge auf einem schwebebalken - nach einer bestimmten melodie - und die kursleiterin als oberguru schaut sich das ganze amüsiert mit an - und stachelt sie auch weiter mit an ...


StreetArt in Enschede/NL


für mich ist das ganze irgendwie im traum ein rolle-rückwärts-rollentausch: ich habe vorher agiert - aber irgendwie in einem anderen "kurs" - oder ist das gar die wirklichkeit gewesen, das wirkliche leben - an das ich mich just erinnere - bricht die wirklichkeit des "real life" "ein-stückweit" (wie eine ganze psycho-generation damals gern formuliert) in den traum ein ? -
aber jetzt schaue ich wenigstens zu - und bin froh, nicht mit agieren und darstellen und rollenspielen zu müssen - jetzt sitze ich mit "in der ersten reihe" - und wenn ich gefragt werde, werde ich meine eindrücke eindrücklich schildern, würde monikas gesten in ihren nuancen zerpflücken und analysieren und deuten und zurecht spintisieren - auch wenn ich vollständig daneben liege ...

die karin links neben mir schaute sich das treiben von der monika an - vielleicht eine spur zu sehnsüchtig, zu eifersüchtig vielleicht - und auch im traum schaut man ja alle nur "vor den kopf" ... - aber plötzlich beugt sie sich zu mir rüber, ich spüre ihren heißen feuchten atem an meinem ohr, legt ihre hand auf meinen arm: und raunt mir diese melodie von leonard cohens "sing another song, boys" ins ohr - dieses la-la-laaa - la-la-laaa - la la la la la ... ganz zum schluss: nach dem er gesungen hat: "and let's sing another song, boys -  this one has grown old and bitter" ...


graphik von leonard cohen - after an old photo


und ich bin dann - jetzt wieder ganz in echt - nach diesem traum - früh aufgestanden an diesem sonntagmorgen - und muss mir erst einmal den song von leonard cohen tatsächlich vergegenwärtigen - aber den habe ich dann schnell gefunden: mit "leonard cohen - "la-la-laaa - la-la-laaa - la la la la la ..." bei google eingetippt - kurzum: ich komme wenigstens schnell auf "sing another song, boys" ...

ich hab mir dann den englischen text mit dem google-translator vorgenommen und einer unkopierbaren deutschen copyright-übersetzung von dr. detlev bölter - 

wobei ich dann wiederum auf die homepage von detlev bölter insgesamt gelangt bin - was mich - wie das so beim surfen üblich ist, zu weiteren interessanten abstecher-gefilden getragen hat ...
- man müsste mal den innerpsychischen habitus all der cohen-fans in der welt erforschen und deren berufe, deren streben, deren sein und sein-lassen-können usw. durchforsten ... interessant wäre das wohl ... -

aber - um auf den traum und das daraus mitgenommene "la-la-laaa - la-la-laaa - la la la la la ..." aus dem cohen-song "sing another song, boys" zurückzukommen: die beschäftigung mit diesem text war dann eine offenbarung und "ein-stückweit" eine auflösung - ein ergebnis für viele aspekte, die ich im traum spüren konnte - und dem ich jetzt nachspüre: für das lavieren der monika, einer monika nun als tochter des geldwechslers und pfandleihers - und die blinkende banderole an dem zigarillo in meiner zittrigen hand - und dem: "die liebenden wundern sich: warum sie nicht füreinander bestimmt sind ... - und lasst uns ein anderes lied singen, jungs - denn dieses hier ist so alt und bitter geraten ..."

vielleicht "zu" alt und bitter geraten ... - es würde den post-eintrag in meinem blog hier schlichtweg sprengen, das alles darzulegen - das würde ein 800-seiten-roman - so ähnlich wie "die entdeckung der raf..." von frank witzel ...

wenn sie verstehen, was ich meine - 
und chuat choan - wird schon wieder 
S!


...und nu der Original-Song - clicken:
click here



sing another song, boys
deutsche textübertragung


seine fingernägel, ich sehe, sie sind gebrochen
seine schiffe stehen alle unter dampf
des geldverleihers reizende kleine tochter:
sie hat heißhunger und will gefressen werden ...
und entdeckt ihn durch ihre brille
aus diesem pfandhaus ihres bösen vaters
sie heißt ihn mit einem mikrofon willkommen
was ein sänger, arm wie ich, ihr überlassen hat.
sie lockt ihn an mit einer klarinette,
und wedelt herum mit einem nazi-dolch
dann findet sie ihn zusammengekauert daliegen
und will jetzt seine frau sein.
er sagt: "ja, ich wollt gerade einschlafen -
also lass uns das für die zukunft klären -
ganz offen..."

nun steht er vor dieser abgrundtiefen entscheidung
denn scheinbar ist er für sie nur so etwas wie die erstbeste gelegenheit:
seine Hände umkrallen den ledergürtel
als wäre der das steuerrad eines großen ozeanriesen
ja - sie wird lernen, es sich ganz prima selbst zu machen,
dann - wenn die jetzt vollen segel wie papier verbrannt sind
und da blinkt die goldene banderole 
seines teuren zigarillos:
nein - nicht, sie werden nie und nimmer den mond erreichen,
zumindest nicht den, hinter dem wir alle herhecheln;
denn der schwebt bereits zerbrochen über dem weiten weiten meer ...
schaut - da draußen - meine freunde,
da gibt es keine überlebenden im wasser
aber die liebenden wundern sich:
warum sie nicht füreinander bestimmt sind ...
und lasst uns ein anderes lied singen, jungs
denn dieses hier ist so alt und bitter geraten



textübersetzung: sinedi - nach detlev bölter und dem google-translator