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Dienstag, 2. Februar 2016

Angst essen Seele auf ... - aktionen und karikaturen zum kleinen aylan (3)


Die Wasserleiche des kleinen Aylan Kurdi (3) liegt Anfang September 2015 am türkischen Strand - Das Foto wurde zu einer Bildikone - Foto: Nilüfer Demir  - (C) DHA - REUTERS u.a.


Aylan Kurdi

(geb. 2012; gest. 2. September 2015 nahe Bodrum) war ein syrischer Flüchtlingsjunge kurdischer Abstammung. Er starb auf seiner Flucht während der Flüchtlingskrise in Europa. Die veröffentlichten Film- und Fotoaufnahmen seines Leichnams erregten weltweites Aufsehen.



Kunstaktion: Der chinesische Künstler legt sich in Lesbos an den Strand. Foto des ertrunkenen Jungen ging als Symbol für die Lage der Flüchtlinge um die Welt.


Ai Weiwei stellt Bild des toten Aylan nach


Neu Delhi (dpa). Der chinesische Künstler Ai Weiwei (58) hat das Foto des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi nachgestellt und die Szene vom September 2015 damit erneut in die sozialen Netzwerke gebracht. Zahlreiche Twitter-Nutzer nannten das Bild "überwältigend" und "tief bewegend", einige kritisierten es auch.


Auf der Flucht Richtung Griechenland war der dreijährige Aylan zusammen mit seinem fünfjährigen Bruder und seiner Mutter vor der türkischen Küste ertrunken. Das Foto des toten, an den Strand gespülten Jungen ging als Symbol der Flüchtlingskrise um die Welt. Ai Weiwei, der verschiedene Flüchtlingsprojekte unterstützt, legte sich nun auf der griechischen Seite am Strand von Lesbos selbst bäuchlings auf die Steine, und ließ sich dabei vom Fotografen Rohit Chawla ablichten. Das Bild, das für ein Interview des indischen Magazins India Today gemacht wurde, war am Wochenende auf der Kunstmesse "India Art Fair" in Neu Delhi zu sehen. "Künstler sollten eher menschlich als politisch sein," sagte Ai Weiwei. Erst vergangene Woche hatte Ai Weiwei aus Protest gegen die verschärfte Asylpolitik der dänischen Regierung eine Schau mit seinen Werken in Kopenhagen gestoppt. 


© 2016 Neue Westfälische
03 - Bielefeld Süd, Dienstag 02. Februar 2016





tja - da hat sich der chinesische künstler ai weiwei an den strand von lesbos gelegt - in der pose des ertrunkenen flüchtlingsjungen aylan - und gemeint, "künstler sollten eher menschlich als politisch sein" - obwohl diese "menschliche geste", am strand zu liegen wie ein dreijähriger kleiner junge - ja in dieser pose und unter diesen umständen - auch schon wieder ein politikum erster güte darstellt ... -

und wenn ai weiwei aus protest gegen die verschärfte asylpolitik der dänischen regierung aktuell eine schau mit seinen werken in kopenhagen stoppt, so ist das eher politischer protest ... allerdings lassen sich politik und menschlichkeit ja auch nicht scharf voneinander trennen - wird doch die politik eigentlich "für das leben der menschen im miteinander" betrieben...

da passte nun die wasserleiche des kleinen aylan im september 2015 gar nicht so recht ins bild: während man in deutschland (damals noch mehrheitlich) von der "willkommenskultur" faselte, zeigte sich am beispiel des kleinen aylan die kehrseite der uropäischen flüchtlingspolitik - da man eine legale einreise zur asylsuche in uropa verweigert, müssen illegale wege mit schlepperbanden beschritten werden, um ans ersehnte ziel zu gelangen und um bombenhagel und terror zu entfliehen - dabei könnten in einem gesamturopäischen agreement relativ rasch und auch preiswert (normaler flug ca. 300 €uro - zahlung an schlepperbanden ca. 5.000 €uro ... einschließlich der desolaten "sicherheit" für die "fahrgäste") flugzeuge aus den krisengebieten der welt die flüchtlinge in die uropäischen oder amerikani$chen metropolen bringen, wo sie registriert werden und verteilt werden - wonach ihnen der sinn steht - so aber nimmt man mal eben ein paar wasserleichen als "kollerateralschäden" in kauf - und dieses unwort, das einst der außenminister joschka fischer für die zivilen opfer des balkankrieges prägte, benutzt nun der bundesinnenminister de maiziere in afghanistan ebenfalls: angesichts der prekären lage dort - in der de maiziere nun die "sicheren abschieberegionen" ausmachen will, um auch afghanistan zu einem "sicheren herkunftsland" schönzureden -  zur einschränkung der flüchtlingszahlen ...: "wollkommenskultur" war gestern - "kollateralschäden" sind heut ...

auch die karikatur bewegt sich ja am scheidepunkt zwischen politik und menschlichkeit und (galgen)humor - und manchmal auch mit tiefer fast depressiver traurigkeit und trauer verbunden ...

deshalb habe ich hier und heute mal eine auswahl der fülle von grafischen beispielen z.t. internationaler spitzenkünstler zusammengetragen, die sich mit dieser "bildikone" des aylan am strand von bodrum irgendwie beschäftigen, sei es im zorn, in der traurigkeit, in der überwindung, in der schuldzuweisung, in der resignation ...


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und manche arbeiten - das wirst du beim blättern schnell erkennen - sind quasi "von hinten durch die brust ins auge" bzw. ins herz getroffen: da muss man erst genauso zickzack denken wie der künstler, um die "pointe" zu verstehen - also vergleichbar mit der situation, wenn beim kabarett der "groschen" für den beifall nur allmählich "pfennigweise" tröpfelt ...

lasse dich von der vielfalt der arbeiten überraschen: von den anklagen, vom harten strich, vom zarten strich, von der grellen vollfarbe ebenso wie von den zarten halbton-aquarell-pastell-tönungen ...

für mich wenigstens ist das ganze eine sammlung unterschiedlichster reaktionen und wahrnehmungen ein und derselben tragödie um den kleinen aylan ... mir kommt es darauf an, diese unterschiedlichkeit zu verdeutlichen - und trotzdem die empörung über das geschehen in all den arbeiten auszumachen - und die fülle - und der umfang der blätterbroschüre von yumpu - soll auch bewusst aufrütteln ... - auch hierbei diesmal den spieß eben umdrehen - und dem bewusstsein eher "kollateralschäden" zufügen - als geruhsame "willkommenskultur" ...

- wenn sie verstehen - was ich meine 
- und trotzdem chuat choan 
- wird schon wieder ... - S!