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Sonntag, 14. Februar 2016

Schirrmacher: Sein Spiel des Lebens

Gut - an so einem Grauen Sonntag (den "Valentinstag" ignoriere und boykottiere ich, seitdem die Blumenindustrie ihn vor Jahren "erfunden" hat ...)verstärkt sich mein Hang zu "Verschwörungstheorien", von denen ich meine, dass sie manchmal anfangs hanebüchen sind und müde belächelt werden - dann ebenso manchmal entweder vergessen und verworfen werden - oder plötzlich Popularität gewinnen: Hätte man 2008 von Edward Snowden berichtet - hätten sich alle auf die Schenkel geklopft - hätte man um 2010 gesagt, dass das Handy der Kanzlerin von einem US-Geheimdienst abgehört wird - hätte man müde abgewunken - und hätte die "Scheibenwischer"-Geste bemüht ... - alles ist zur Zeit "relativ" - nicht ist unmöglich - möglich ist alles ...

Ego: Das Spiel des Lebens


Schirrmachers 2013 veröffentlichtes Buch Ego: Das Spiel des Lebens sorgte schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin für zahlreiche kontrovers geführte gesellschaftspolitische Stellungnahmen in den Medien. Für mich ist es eines der wichtigsten Bücher meines Leselebens ... In dem Buch geht es um den Begriff des freien Willens der Menschen und um den Demokratiebegriff in der heutigen Zeit, in der eine Ökonomie des radikalen Egoismus ohne Moral zunehmend die Oberhand gewinnt.

"Das Spiel des Lebens" war aber auch ein vielsagender bedeutungsträchtiger Titel für Frank Schirrmachers plötzliches Ableben: Wie das leben so spielt ... ...

Jakob Augstein schrieb fast genau vor vor drei Jahren zur Veröffentlichung des Buches EGO von Frank Schirrmacher: "Ego" ist also ein Buch über den menschenverachtenden Irrsinn des totalitären Kapitalismus. Vor allem aber ist die Tatsache, dass dieses Buch aus der Feder des konservativen Journalisten Schirrmacher stammt, ein weithin sichtbares politisches Signal: Die Kapitalismuskritik ist inzwischen im Herzen des Kapitalismus angekommen.

Über die Inhalte schreibt Augstein: Im Spiel will jeder gewinnen. Das ist die Bedingung der Spieltheorie. Damit lassen sich komplizierte Handlungsmuster beschreiben. Im Kalten Krieg haben amerikanische Militärs und Physiker die Sowjets mit den Instrumenten der Spieltheorie in die Knie gezwungen. Als es keine Sowjets mehr gab, sind die Physiker an die Wall Street gegangen und zwingen seitdem mit ihrer Theorie die Welt in die Knie. Wir alle sind Opfer einer Ideologie des Egoismus. Sie wurde für eine Welt des Krieges entwickelt und verheert heute den Frieden. Eine Ideologie der Kälte und des Autismus. Eine Ideologie von Psychopathen für Psychopathen.

Es geht um den Informationskapitalismus, um die Algorithmen, die unsere digitale Wirklichkeit bestimmen und damit zunehmend auch die reale, und es geht um das abstruse Menschenbild der Wall-Street-Täter, für die das Leben ein Kampf und Kooperation eine Krankheit ist. Es geht um die Physiker, die zu Beginn des Atomzeitalters in die militärischen Labors strömten, und die dann nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in die Banken und Investmentgesellschaften wechselten, weil dort Arbeit und Anerkennung winkten. Es geht um die sonderbare Verquickung von staatlichen und halbstaatlichen Institutionen und Stiftungen mit militärischen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, vor allem um jene Rand Corporation, die bei der Geburt eines neuen, nur noch auf Selbstoptimierung ausgerichteten Menschentypus wegweisend war. Auch wenn dieser Menschentypus dem gesunden Menschenverstand widersprach.

Augstein schreibt aber auch: Schirrmacher ist nicht irgendein Sachbuchautor. Die Gendebatte, die Altersdebatte, die Internetdebatte, die Finanzmarktdebatte - das sind alles Schirrmachers Debatten. Er hat sie nicht erfunden. Aber er hat sie geprägt. Alarmismus, Lust an der Kampagne, Sucht nach Öffentlichkeit, Erfolgsverliebtheit - all das hat man ihm vorgeworfen. Und alles zu Recht: Denn Schirrmacher ist der spannendste Journalist des Landes.

Und Augstein zitiert Schirrmacher: "Es war die Verschmelzung von Ökonomie, Physik und Gesellschaftstheorie zu einer neuen Praxis der sozialen Physik" - und schreibt dann: Wenn Schirrmacher das sagt, zuckt das System zusammen. Entsprechend unwirsch wird Schirrmachers Linkswendung im konservativen Lager aufgenommen. Wie ein Verrat. Sie zürnen, weil Schirrmacher sich in den Kampf gegen die "marktkonforme Demokratie" einreiht, mit der sie längst ihren Kapitulationsfrieden gemacht haben.

Und Schirrmacher selbst sagte dazu im SPIEGEL: "Ich bin wie wir alle nur Zeuge eines Denkens, das zwangsläufig in die Privatisierung von Gewinnen und die Vergesellschaftung von Schulden führte. Ich war es auch nicht, der die Verstaatlichung von Banken forderte. Das waren Banker."

In dieser spannenden und äußerst brisanten - in Wirklichkeit aber auch gefährlichen - Gemengelage agierte Schirrmacher zuletzt, bevor er  am 12. Juni 2014 in Frankfurt am Main scheinbar einem Herzinfarkt erlag.

Frank Schirrmacher: S!art


Wissen Sie - im Zeitalter von Drohnen und NSA und raffiniertesten Mordarten der Geheimdienste aller Couleur muss ich mich bei einer solchen Recherche, in die sich Schirrmacher hineingebracht hatte - und die ihn immer tiefer in den Sumpf neo-liberaler Friss-oder-Stirb[!]-Hardcore-Kapitalismus-Kartelle führte, so vorsichtig seine Todesursache nennen ... Zumal ihm den Tod schon einmal angeblich ein Kollege gewünscht hatte, der einen Krimi schrieb über die brutale Ermordung eines Top-Journalisten - und die gesamte Kultur-Journaille erkannte in dem Opfer eben Frank Schirrmacher - während der Autor selbst immer wieder betonte, jede Ähnlichkeit sei zufällig und nicht beabsichtigt gewesen ...

Der plötzliche Tod

Ein Mann wie Schirrmacher, der in seinem journalistischen Leben eine Fülle von brisanten aber auch lebensgefährlichen Informationen eingesammelt hat, wie andere Menschen früher Briefmarken oder Sanella-Bilder, da klingelt es doch bei einem plötzlichen Tod schrill - wenn auch - wie bei mir  - mit 18-monatiger Verzögerung... - und wenn man dann eine Wand des Schweigens wahrnimmt - dann macht man sich so seine Gedanken ...
Im Nachruf zu Schirrmachers Tod steht etwas Bemerkenswertes – siehe FAZ:
Alles, was wir, und zwar erst ein Jahr später, durch Edward Snowden erfuhren, und die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden sollten, stand schon im Wesentlichen in seinem Buch.
 Reiner August Dammann - Am 13. Jun. 2014(neopresse)
Neben dem Nachruf in der Neopresse von Reiner August Dammann stößt man beim googeln zu den Umständen beim Herzinfarkt-Tod von Schirrmacher konkret noch auf den etwas windigen Autoren Gerhard Wisnewski, über den es bei WIKIPEDIA heißt, er sei "ein deutscher Buch- und Filmautor verschwörungstheoretischer Werke" .... Spiegel-Online schreibt über ihn, Wisnewski habe mit seinen Verschwörungstheorien „für so ziemlich jedes Ereignis der Zeitgeschichte eine ganz besondere Erklärung“ – und trage damit zur „Mischung aus Rechtspopulismus, Kapitalismuskritik und Tabubrecher-Attitüde“ des ominösen KOPP-Verlages bei, in dem Wisnewski nun vornehmlich veröffentlicht ... Spätestens jetzt könnte man sich ja einfach wieder umdrehen und irgendwie empört mit dem Kopf schütteln über so viel unlautere Leichenfledderei ... - aber wenn niemand anders sich ernsthaft mit all den Fragezeichen dieses plötzlichen "Herzinfarkt-Ablebens" von Frank Schirrmacher seriös beschäftigt - und dem doch noch einmal "rezensierend" nachgeht - so ist das auch ein Grund, weise und nachdenklich mit dem Kopf zu schütteln ... - denn das hätte Frank Schirrmacher bestimmt getan: ich meine - nicht nur mit dem Kopf bedenklich gewackelt - sondern vor allen Dingen umfassend "rezensierend" recherchiert ...

Auch der Umstand, dass der Herausgeber-Name Frank Schirrmachers nach vier Tagen gänzlich aus dem Impressum der F.A.Z. getilgt wurde, lässt ja stutzen - denn eigentlich versehen die Zeitungen in ähnlichen Fällen den Verstorbenen eine ganze Zeitlang mit einem Kreuz (+) hinterm Namen ... - oder nennen die Dauer des Herausgeber-Daseins - nun gut: jeder begräbt seine Leichen so gut er kann ...

Aber jener unsägliche Gerhard Wisnewski stellt ebenso wie Jakob Augstein fest: Kein Zweifel: Schirrmacher war dabei, aus der Kriegsphalanx des NATO-Mainstreams auszuscheren. Als Buchautor legte Schirrmacher - nach Wisnewski - auch immer wieder den Finger in die Wunden dieser todgeweihten Gesellschaft – und wurde so zunehmend unbequem. Er habe bedrohliche Themen wie die sinkenden Geburtenraten und die Überalterung der Bevölkerung (Buchtitel: »Das Methusalem-Komplott«) oder die Auflösung der Familie (Minimum) angepackt. Die digitalisierte Gesellschaft nahm er ebenfalls aufs Korn (Payback).

In Wirklichkeit wurde Schirrmachers Systemkritik immer radikaler. Der FAZ-Herausgeber schien sich zunehmend aus seinem goldenen Mainstream-Käfig zu verabschieden. Weiter Wisnewski: Wollte da wieder einmal ein Zögling des Establishments seine eigene Politik machen? Wie zum Beispiel Alfred Herrhausen, Jürgen Möllemann oder Uwe Barschel?

Und weiter: Denn dass Schirrmacher nun, am 12. Juni 2014, so plötzlich und unerwartet an einem Herzinfarkt verstarb, ist zumindest pikant. »Es war ein dramatischer Kampf um das Leben von Frank Schirrmacher (54)«, so die Bild-Zeitung: »Ein Kampf, der verloren ging.« Am Morgen des 12. Juni 2014 habe Schirrmacher plötzlich eine SMS an die Redaktion der FAZ geschickt. Inhalt: »Mir geht es nicht gut.« Sofort habe man Feuerwehr und Krankenwagen gerufen: »Die Ärzte finden ihn in seiner Wohnung im 3. Stock im Frankfurter Westend mit starken Brustschmerzen vor.« Die Sanitäter hätten sich zur Rettung mit der Drehleiter entschlossen, doch plötzlich sei »Schirrmachers Kreislauf kollabiert«. Wiederbelebungsmaßnahmen seien »leider vergeblich« gewesen. »Die Diagnose: Kammerflimmern nach Lungenödem.« Eine Stunde später sei Schirrmacher gestorben ...

Möglich ist alles. 

Möglich ist alles. Es muss ja nicht gleich »Herzinfarkt-Pulver auf's Lenkrad« sein, wie Misstrauische spekulierten. Natürlich kann auch der Herausgeber einer großen Zeitung einen Herzinfarkt bekommen – beziehungsweise gerade der Herausgeber einer großen Zeitung. Schließlich dürfte der Mann in der heißen Küche des Mainstreams unter enormem Druck gestanden haben – insbesondere, da er zunehmend sein eigenes Süppchen kochte. »Glaubt man den Hinweisen seiner Kollegen, die im Gewand von Nachrufen in der FAZ ausgebreitet wurden, dürften mehrere Faktoren zu seinem Tod geführt haben: Rauchen, ungesunde Ernährung, wenig Schlaf, Stress, Übergewicht«, schrieb RP Online, wo also auch gleich eine "Infarktursache" mitspekuliert wurde ... Obwohl - so sinniert Wisnewski weiter: Spektakuläre Anzeichen für eine bedrohliche Herzkrankheit gab es demnach also nicht. Und so beeindrucken der unaufhaltsam tödliche Verlauf des Herzinfarkts und das schnelle Ableben Schirrmachers. Von einer Obduktion, die zur weiteren Aufklärung beitragen könnte, wurde nichts bekannt.

Laut Wisnewski schrieb dann Ingolf Gillmann auf der BILD-Webseite noch einmal über die "RatzFAZ-Beerdigung" dieses großen deutschen Nachkriegs-Journalisten: »Jeder Mensch trauert anders«, schrieb Gillmann, »aber ich konnte mir bisher keinen Trauernden vorstellen, der gleich nach dem Tod eines geliebten (oder auch nur geschätzten) Menschen erst mal dessen Namensschild an der Tür abschraubt«. Genau das sei dem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher widerfahren: »Schirrmacher starb mit 54 Jahren am vorvergangenen Donnerstag. Und am folgenden Samstag stand sein Name nicht mehr in der Herausgeberzeile. Ich hoffe, das war eine Schockhandlung seiner vier Kollegen.«

Wisnewski schließt seine "Verschwörungs-Theorie" um Frank Schirrmacher: So oder so bleibt festzustellen, dass sich in Schirrmachers Tod in jedem Fall gewisse Konflikte zugespitzt haben dürften – Konflikte um die Darstellung einer Realität, die dem Publikum wohl lieber nicht vor Augen geführt werden sollte... 

Für mich stellt sich die Frage - gehört Schirrmachers Tod zu den klaren eindeutigen Dingen im Leben - so eben auch im Sterben - oder gab oder gibt es - bis jetzt - "unlösbare" Fakten in diesem Tod - ja - vielleicht dem Ableben des Herrn Barschels ähnlich ...

Aber wenn man dem einfach nicht nachgeht - muss man das - wenn das der Wunsch der Angehörigen - oder dem Letzten Wunsch des Herrn Schirrmacher entspricht - so akzeptieren ... - ansonsten löst "Verschweigen" immer eine Menge "Spekulationen" aus - und Frank Schirrmacher spielte in einer Liga, wo Zweifel angebracht sind ...
PS: es ist natürlich nicht beweisbar, dass in Deutschland der Geheimdienst kritische Menschen via Herzinfarkt zu Tode bringt. Lediglich aus den undemokratischen, brutalen Methoden der Vergangenheit kann man einen Anfangsverdacht ableiten. Und obwohl es nicht beweisbar ist, ist es – dank Snowden –  im 21. Jahrhundert denkbar. Leider. Ebensowenig ist beweisbar, dass es außer den aufgedeckten Anschlägen auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung noch weitere gab, die einfach nicht aufgedeckt wurden. Das mag an der Natur der Geheimdienste liegen, die davon leben, dass nichts an die Öffentlichkeit dringt. Und da Verschwörungstheorien inzwischen als besondere Form von Geisteskrankheit angesehen werden, wird das auch so bleiben. Praktisch, oder? Schon beeindruckend, wie leicht die Steuerung von Millionen von Menschen ist, die inzwischen völlig akzeptiert haben, dass Fussball wichtiger ist als jede Bundestagsdebatte.  
Reiner August Dammann - Am 13. Jun. 2014(neopresse)
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P.S.: Zu Infos über "CIA-Herzinfarkt-Projektile" click here ... - und hier -  Über die Seriosität der Quellen kann ich keine Aussage machen ...
S!art: Von guten Mächten wunderbar geborgen ... ???
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