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Freitag, 26. Februar 2016

Verwelkter Narzissmus .... - zu Ravels "Bolero"



Bildfolge von S!-Graphiken zum "Bolero" von Ravel - 6:41min.

Der Bolero war für Ravel selbst eine Provokation. Auf die Frage, ob es ein Musikstück sei, antwortete er, dass der Bolero ein „reines Orchesterstück ohne Musik“ sei, nichts als ein „langes, progressives Crescendo“. 

Im Bolero wird ein archaisch einfaches Thema weder variiert noch entwickelt, sondern einfach 18 Mal wiederholt. 

Über den Sinn solcher Wiederholungen schreibt der Maler Wassily Kandinsky in "Über das Geistige in der Kunst"

„Die Wiederholung derselben Klänge, die Aufhebung derselben verdichtet die geistige Atmosphäre, die notwendig ist zum Reifen der Gefühle (auch der feinsten Substanz), so wie zum Reifen verschiedener Früchte die verdichtete Atmosphäre eines Treibhauses notwendig, eine absolute Bedingung zum Reifen ist. Ein leises Beispiel ist der Mensch, auf welchen Wiederholungen von Handlungen, Gedanken, Gefühlen einen schließlich gewaltigen Eindruck macht, wenn er auch wenig fähig ist, die einzelnen Handlungen usw. intensiv aufzusaugen, wie ein ziemlich dichter Stoff die ersten Regentropfen.“

(WIKIPEDIA)