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Freitag, 15. April 2016

Jesus - mitten unter uns ... - impuls für die woche ...


manchmal taucht ER auch im schattenspiel der pflanzen auf - wenn man genau hinschaut ...
zur nachösterlichen zeit gehört ja auch vielleicht noch ein nachdenken und nachwirken der evangelientexte über jesus, wie er nach seiner hinrichtung am kreuz den um ihn trauernden menschen nach einigen tagen in erscheinung tritt ... 

ich bin immer noch bei der lektüre des buches von 
emmanuel carrère: das reich gottes - der gerade diese nachösterlichen jesus-erscheinungen so kommentiert:


Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus, von der einzig Lukas erzählt, ereignet sich am Spätnachmittag desselben Sonntags. Nachdem der geheimnisvolle Reisende sie verlassen hat, beschließen Kleopas und derjenige, von dem ich meine, es sei Philippus, nach Jerusalem zurückzukehren. Noch am selben Abend legen sie die zwei Stunden Fußmarsch in umgekehrter Richtung zurück und finden die Elf oben in ihrem Zimmer, wo sie, wie Johannes erläutert, der die Szene auch schildert, »aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten«. Plötzlich taucht Jesus mitten unter ihnen auf und sagt: Schalom, Friede sei mit euch. Sie erstarren vor Schreck und glauben, einen Geist zu sehen. Er fordert sie auf. ihn zu berühren, erzählt Lukas, und nachdem er sich hat berühren lassen, bittet er um etwas, worum ein Geist nie bitten würde: Ob sie wohl etwas zu essen für ihn hätten. Ja, ein bisschen Fisch, und den teilen sie mit ihm.

Ein Fischessen findet man auch in der Schlussszene bei Johannes ...: der Fischfang auf dem See Genezareth; der Unbekannte, der bei Morgenanbruch den Fischern vom Ufer aus zuruft und ihnen sagt, wo sie ihre Netze auswerfen sollen; Petrus, der seine Tunika anlegt, in den See springt und zu dem Unbekannten schwimmt, den er nun wiedererkennt, und der aus Zweigen ein Feuer im Sand bereitet, um die Fische zu grillen.
Das Fesselndste an diesen Berichten ist, dass man Jesus zunächst nie erkennt. Beim Grab ist er der Gärtner, auf der Straße ein Reisender, am Strand ein Passant, der die Fischer fragt: »Beißen sie?« Nie ist es er selbst, und seltsamerweise erkennt man ihn genau daran. Er ist das, was man immer sehen, hören und berühren wollte, aber er kommt nicht in der Gestalt daher, wie man ihn zu, sehen, zu hören und zu berühren erwartet hatte. Er ist jeder und er ist keiner. Er ist der Erstbeste und er ist der letzte Bettler. ...
Vielleicht erinnerten sie sich auch an die funkelnde Äußerung, die nicht in den Evangelien, sondern in einem der Apokryphen überliefert ist: »Spalte das Holz: Dort bin ich. Heb den Stein auf: Du findest mich darunter. Schau deinen Bruder an: Du siehst deinen Gott.«



Vielleicht hat deshalb niemand sein Gesicht beschrieben?

ja - das ist so oft mit ihm wie man es sich auch von den "engeln" vorstellt und erzählt, an die ja viele "glauben": da kann in jeder situation plötzlich - wie aus dem nichts - einem so ein etwas - so ein "engel" begegnen - und der muss nicht immer und überall ein weißes gewand anhaben und mit den flügelchen wippen: da kommt plötzlich jemand, der einem einen entscheidenden hinweis gibt - und schwupps - ist der auch schon wieder verschwunden, ehe man "danke" sagen kann ...

so ist es auch oft in träumen: da wacht man morgens auf, und man trägt plötzlich die gewissheit in sich, wie das problem, das man seit tagen mit sich herumschleppt, plötzlich "gelöst" scheint: wenigstens erkennt man eine lösung - einen streif am dunklen horizont - und plötzlich tut sich ein "plan" auf ...

da ist in der fußgängerzone plötzlich jemand, der kein handy hat, auf das er starrt, sondern da ist vielleicht im vorübergehen ein warmer, ganz freundlicher und "einleuchtender" blick - der flugs die eigene stimmung beflügelt - der es einem "warm um's herz" werden lässt ...

da ist ein besonderes wort - vielleicht an der kasse des supermarktes oder bei der bedienung im restaurant oder im bekleidungsshop - ein wort das über dieses lapidare und fest eintrainierte: ..."gern(e)"... hinausgeht ...

ich glaube, wir müssen uns nur wieder dafür sensibilisieren, um diesen jesus - wie die "engel" - vielleicht in den "unmöglichsten" situationen auch tatsächlich wahrzunehmen ... - im alltag - in unserem "kleinen" alltags-einerlei - zu einer immerwährenden nachösterlichen zeit: denn er "wandelt" noch immer mit und wenn wir in uns hineinhorchen auch in uns, obwohl er schon vor 2000 jahren ermordet wurde vom pöbel - und er fordert uns auch vielleicht im "übertragenenen sinne" dazu auf, mit ihm und unseren nächsten aber auch vielleicht mit den nächstbesten aus diesem seinem impuls heraus in kontakt zu treten und auch ein "engel" zu sein. dorothee sölle hat jedenfalls uns auf diesen merksatz aufmerksam gemacht: "gott hat keine anderen hände als unsere!"
Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. (Matthäus 25, 36-36)
er ist der erst-beste und der/das allerletzte ... 


nach einer tatsächlichen augenblicks-szene in einem handy-video im flughafen von brüssel nach dem anschlag dort ...