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Mittwoch, 25. Mai 2016

Kirche | Kunst | Blasphemie - Monika Grütters

aufgestoßen
Ich begegne ja vielen Künstlern, und da wird um Glaube und Kirche besonders heftig gerungen. Es sind gerade diese zwei Milieus, Kirche und Kunst, die letzte Antworten suchen auf die großen Sinnfragen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Künste ursprünglich »Mägde der Kirche« waren. Erst allmählich emanzipierten sie sich von ihren kirchlichen Auftraggebern.
Es zeugte von großer Souveränität, dass Papst Benedikt ganz neu die Frage stellte: Braucht die Kirche heute die Künste? Seine Antwort: Ja, die Kirche braucht die Künste mehr als sie uns.
......
Zuerst die Füße ist eine Skulptur aus dem Jahr 1990 von Martin Kippenberger. Sie stellt einen gekreuzigten Frosch dar. In einer seiner Gliedmaßen hält er ein Ei, in einer anderen einen Bierkrug. Es existieren fünf Exemplare in unterschiedlicher Ausführung, sowohl grün bzw. violett bemalt als auch unbemalt und mit unterschiedlicher Anzahl und Anordnung des Eies.

Wenn Martin Kippenberger einen gekreuzigten Frosch zeigt, ist das sicher große Kunst und doch auch eine Zumutung. Aber Kunst darf und muss zuweilen Zumutung sein, sonst werden wir als Gesellschaft träge, starr, saturiert.

Monika Grütters


Monika Grütters

ist Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Katholikin gehört zu den engsten Vertrauten von Angela Merkel. Sie stammt aus Münster, machte Abitur am Bischöflichen Mädchengymnasium, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Politik. Mit 16 Jahren trat sie der Jungen Union bei. Heute steht die 54-Jährige CDU-Frau für ein offensives, streitbares
Christentum. 
(Text aus einem Interview in der ZEIT No.23 vom 25.05.2016, S. 54)