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Dienstag, 3. Mai 2016

lachen ist gesund ...


  ja - früher sagte man oft: "der geht ja zum lachen in den keller" wenn man ausdrücken wollte, wie schwer sich jemand damit tat, öffentlich im beisein anderer herzhaft loszulachen - oft endete das dann nur in einem verschämten prusten ... 

und in der schule - und in aus- und fortbildungen habe ich oft erlebt, dass - wenn lachen überhaupt auf der tagesordnung stand - es oft in albernheiten und klamauk endete - weil der eine den anderen mit einem - manchmal schlechtgemachten - gag zu übertreffen meinte - und sich dann das ganze wie zu einer spirale hochschaukelte ... - was man dann erst durch ein energisches "stopp" abblocken konnte, weil es oft auf kosten dritter geschah, in dem man über kurz oder lang über andere "her zog" ...

jetzt beobachte ich bei der jüngeren generation oft ein fast inflationäres und oberflächliches kurzes dauer-darüberhinwegkichern - wenn es um "nahegehende" themen geht -  was wohl ein lachen andeuten soll - aber leider gottes verlernt wurde, regelrecht und spontan einzusetzen, wo ich allerdings auch unsicherheiten dahinter vermute ...

in der sms-kommunikation mit dem handy oder dem smartphone kann man sein lachen ja auch fast nur noch mit den emojis :-)) auch in seinen abstufungen zum ausdruck bringen - und in der straßenbahn kommt dann ein plötzliches tatsächliches aufkichern beim auf-das-handy-starren oder in-das-handy-sprechen irgendwie komisch bei den mitfahrenden an ... in facebook - wo ich mich nun gar nicht auskenne - wird lachen bzw. "zustimmung" (ein anderes lachen kennen die "sozialen" netzwerke ja wohl gar nicht) mit "daumen hoch" oder irgendeinem ähnlichen "like it"-zeichen zum ausdruck gebracht - aber dabei wird oft genug danach geschielt, was denn die "freundin" wohl anclickt, damit man hinterher sagen kann: "hab ich auch" ...

aber während man früher manchmal eben zum lachen in den keller ging - muss man heute seminare für das richtige lachen an der richtigen stelle durchführen - und das lachen erst wieder "regelrecht" erlernen ... das liegt an unserer tatsächlichen kommunikationsarmut so richtig "face-to-face" und "auge-in-auge", die leider schon im kindesalter oft einsetzt: mama und papa chakern seltener mit dem baby, weil das gleich ja in die kita muss - und die erzieherin dort hat es schwer, die "hortkinder", für die sie "zuständig" ist, richtig zu "belachen": diese fachkraft-kind-relationen liegen bei gruppen mit unter 3-jährigen bei einem verhältnis von 1:3 bis 1:4, bei gruppen mit 3- bis 6-jährigen bei ca. 1:8 und bei gruppen mit 5- bis 6-jährigen kindern bei 1:10... - das muss man sich mal vorstellen ...

sterile ein-weg-kind-verpackung


mama oder papa oder die erzieherin vor ort kitzeln das kind nicht mehr einmal so richtig durch - beruhigen nicht mehr durch "reibenase" (unhygienisch!) - knuffen kaum noch - ziehen keine fratzen oder schauspielern mimisch - und da man kaum noch gemeisam miteinander isst in den familien, und die übrige zeit getrennt stumm vor medien verbringt, ist teilweise eine ganze generation zum lachen "in die emotionalen keller" hinabkommandiert worden - und benötigt ansporn da wieder herauszufinden ... - und anleitung, das "richtige" lachen nicht mit kichern zu verwechseln ... S!

... und jetzt schalte diesen verdammten pc mal ab - und knuddel dein sprössling mal so richtig durch ...

ausgelacht

Wer lacht, lernt besser

Lachforschung: Die Kölner Expertin Charmaine Liebertz kommt für ein Seminar nach Sennestadt ins Haus Neuland. Im Interview spricht sie über Humor in der Erziehung

Sennestadt. Lachen und Lernen - das gehört untrennbar zusammen. Wie das gelingt, wird die Kölner Erziehungswissenschaftlerin Charmaine Liebertz im Haus Neuland erklären. Ihr Seminar "Lachen und Lernen bilden ein Traumpaar" (30. Mai bis 1. Juni) wird in diesem Jahr nur ein einziges Mal und nur in Bielefeld angeboten. Infos zum Seminar gibt in der Sennestädter Bildungsstätte. Im Interview spricht Liebertz über die Vorzüge des Lachens für Kinder und für Erwachsene.

Ist das Lachen dem Menschen angeboren?

Charmaine Liebertz: Ja. Das Lachen gehört quasi zur Grundausstattung des Menschen - vor allem der Kinder. Kinder tun es 400-mal am Tag, zählt man ihr Kichern, Gröhlen und alle Ausdrucksformen des Fröhlichseins zusammen. Babys und Kleinkinder brauchen keinen Grund, sie nutzen einfach jede sich bietende Gelegenheit. Erwachsene dagegen lachen nur etwa 15-mal am Tag.

Wie kann man Lachen lernen?

Liebertz: Kinder lernen am einfachsten durch Vorbilder. Das gilt besonders fürs Lachen. Wenn Eltern und Erzieher also eine fröhliche Grundhaltung haben, lernen Kinder das auf ganz natürliche Weise. Aber auch Erwachsene können (wieder) Lachen lernen: Zum Beispiel, indem sie den Sinn für das Wesentliche schärfen, Kleinigkeiten wertschätzen und über Neues staunen. Gelassenheit und Heiterkeit können auch in schwierigen Situationen trainiert werden. Wer bei Streit oder bei einer Aussprache Humor an den Tag legt, kann wahrscheinlich die Situation entspannen. All das fördert die Fähigkeit, zu lachen.

Stimmt es, dass Kinder, die viel lachen, weniger aggressiv sind?

Liebertz: Auf jeden Fall. Wie sehr Kinder von einer humorvolle Atmosphäre profitieren, ist in vielen Studien längst bewiesen: Sie lernen, voller Zuversicht und Optimismus in die Welt zu gehen und anderen Menschen mit Herzlichkeit und Nachsicht zu begegnen. Je eher ein Kind die positiven Wirkungen des Humors entdeckt, umso leichter wird ihm das Erwachsenenleben mit all seinen ernsten Anforderungen fallen. Kinder, die viel zu lachen haben, bauen Aggressionen besser ab.

Und was kann Humor noch bewirken?

Liebertz: Humor hilft, Stress zu bewältigen, fördert kreatives und innovatives Denken und weist einen optimistischen Weg aus Konflikten und Krisen heraus. Eine humorvolle Grundeinstellung fördert die Frustrationstoleranz und steigert die soziale Kompetenz. Außerdem sind fröhliche Menschen ausgeglichener und bei ihren Mitmenschen viel beliebter als ein Miesepeter.

Wie lässt sich Humor in der Erziehung umsetzen?

Liebertz: Die wichtigste Voraussetzung für einen humorvollen Erziehungsstil ist eine positive Einstellung zu Fehlern. Kein Mensch ist fehlerfrei. Entscheidend ist, aus Fehlern zu lernen - und das am besten mit Nachsicht und mit einem humorvollen Augenzwinkern. Wer ein Kind lachend oder grinsend auf Fehler aufmerksam macht, bewirkt, dass es sich bloßgestellt fühlt. Besser ist es, gemeinsam über den Fehler zu lachen. Und niemals über den Menschen, der ihn begangen hat!


Das Interview führte Christina Ritzau - © 2016 Neue Westfälische, Dienstag 03. Mai 2016