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click here - multimedia-linkschlüssel zum "euthanasie"-leidensweg meiner tante erna kronshage

Donnerstag, 26. Januar 2017

in-memoriam - multimedia|links: nur ein click entfernt - mein beitrag zum "tag des gedenkens an die opfer des nationalsozialismus"

erna kronshage -"re-konstruiert" nach einer porträtphotographie | S!NED!|art


okay - das fing ja mit erna kronshage alles vor 75 jahren an - ist klar: aber lasst doch endlich die toten ruhen - und ich denke dann immer an meinen trauspruch: 
alles hat seine zeit - und alles vorhaben unter dem himmel hat seine stunde: geboren werden hat seine zeit, sterben hat seine zeit; pflanzen hat seine zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine zeit; töten hat seine zeit, heilen hat seine zeit; abbrechen hat seine zeit, bauen hat seine zeit; weinen hat seine zeit, lachen hat seine zeit; klagen hat seine zeit, tanzen hat seine zeit; steine wegwerfen hat seine zeit, steine sammeln hat seine zeit; herzen hat seine zeit, aufhören zu herzen hat seine zeit; suchen hat seine zeit, verlieren hat seine zeit; behalten hat seine zeit, wegwerfen hat seine zeit; zerreißen hat seine zeit, zunähen hat seine zeit; schweigen hat seine zeit, reden hat seine zeit; lieben hat seine zeit, hassen hat seine zeit; streit hat seine Zeit, friede hat seine zeit. man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen gewinn davon. ich sah die Arbeit, die gott den menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. er hat alles schön gemacht zu seiner zeit, auch hat er die ewigkeit in ihr herz gelegt; nur dass der mensch nicht ergründen kann das werk, das gott tut, weder anfang noch ende. da merkte ich, dass es nichts besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem leben. denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten mut bei all seinem mühen, das ist eine gabe gottes (kohelet 3, 1-13)
na ja - der schluss klingt so ein wenig wie "friss oder stirb" - oder "so jung kommen wir nicht wieder zusammen"... das ist so mit den dualitäten: das eine ist nur von uns benannt, weil es das andere - meist das gegenteil - auch gibt ... - und "seine zeit" ist ja keine maßgabe - keine zeitspanne - die lässt ja offen - wann diese und jene zeit endet und die andere beginnt. ja ist das überhaupt so ... endet zeit ??? - und setzt sie neu an - ist die zeitspanne bemessen, die alle zeit der welt hat: muss man nach 75/73 jahren endlich ruhe geben - oder ist noch zeit ... ??? in detmold stand ein kleiner wachsoldat aus auschwitz vor gericht: über 90 jahre alt - und die nebenkläger aus israel angereist oder aus ungarn - sie sind so alt wie der angeklagte: ich meine, hatte man nicht früher etwas zeit für einen solchen prozess - der herr hanning hat sich ja nicht versteckt, der lebte da immer in lage - mit schlechtem gewissen - verdrängte die zeit, wollte die zeit überlisten ...

und wer wann hinter erna die tür zugeschlagen hatte, die ich nun wieder weit aufgemacht habe, weiß ich nicht: ich spürte aber den drang, in alten zeiten herumzukramen: die zeit lässt sich nicht einsperren. sie kreucht und fleucht wie der flaschengeist: einmal aus der pulle entwichen, lässt sie keine ruhe: biedert sich förmlich an: wenn du erst einmal im ruhestand bist, kannst du dir mit ihr sogar die zeit totschlagen: also jeder feierabend-"künstler" findet in und mit der zeit sein thema - und erna ist da echt multimedial - quasi zeitos ... -

ich habe dieses thema nicht gesucht - ich habe es gefunden - da kann man nichts machen: es plumpst einem vor die füße ... es lässt mich nicht mehr los - vielleicht muss ich noch mehr auf zeit spielen ... - das spiel verzögern - um noch mal 75 jahre ...

wie sonst soll man sich 73 jahre nach ernas ermordung mit ihr als person beschäftigen - in einer rekonstruktionsannäherung - mit ihrem (er-)leben - mit diesen w-fragen: wer - wann - wo - wie - warum - weshalb - wieso ... also versuchen, einen zugang zu finden zu ihrem sosein damals - und ihrem charakter und habitus.

dazu hilft auch das nachempfinden ihres porträts - mit diesem für mein dafürhalten vielleicht eine spur zu abweisenden und vielleicht auch stolzen und tapferen - fast überheblich und etwas spöttischem gesichtsausdruck - vor der alten plattenkamera im fotogeschäft, zu dem sie ein paar kilometer mit dem fahrrad strampeln musste - wo wahrscheinlich in wirklichkeit in ihr aufregung und herzpumpern vorherrschte ...

auf dem original sw-fotoporträt im zeittypischen sepia-ton hatte sie zwar eindeutig lippenstift aufgetragen - aber eigentlich trug man zu der zeit - mitten im krieg und auf dem land - als junges "braves" mädchen von 18 jahren keinen lippenstift - allerdings war die farbfotografie ja damals auch noch gar nicht so fortgeschritten und alltäglich wie heute - und für ein porträtfoto konnte man das als "schminke" - als ein mehr an "profilierung" - schon mal in der tönung insgesamt verwenden ..., um hinterher nicht den abzug retuschieren zu müssen -

aus meiner ehemaligen berufstätigkeit in der sozialarbeit bin ich ja immer diesen Stichworten verpflichtet:
  • "niederschwellige angebote machen", 
  • den "klienten" dort abholen "wo er gerade steht", 
  • "barriere-freiheit" - nicht nur in bauten und auf der straße sondern auch im internet - 
  • möglichst "leichte sprache" verwenden - verständlich sein - und nicht zuletzt dieses derzeitige "zauberwort":
  • "inklusion" 
- wobei ich "inklusion" nicht nur als ein begriff der integrationsarbeit von menschen mit behinderungen oder andersartigkeiten in eine "normalität" verstehe (was immer darunter auch in der ausgehenden postmoderne einzusortieren ist), sondern als eine haltung - die haltung der "diversity"-philosophy und vielfältigkeit: vielfalt statt einfalt - inklusion in allen lebensbereichen ... - allerdings darf die "vielfalt" nicht zur "beliebigkeit" hinabsinken ...

und das gerade auch als antwort auf alle ausgrenzungen, "exklusionen" und liquidierungen der andersartigkeiten, die vor allem unsere elterngeneration - und eben besonders auch meine tante in ihrem lebensschicksal - in der ns-zeit er- und durchleben mussten ... - die aber beispielsweise bei der separierung von alten und/oder behinderten menschen gegen ihren willen heute immer noch nicht überwunden scheinen - und deren überbleibsel oder auch neu gestalt annehmenden varianten wir jetzt im umgang und im zusammenleben und in der auseinandersetzung mit den tragischen flüchtlingsschicksalen aus dem gesamten nahen osten und aus afghanistan täglich neu erleben - besonders auch dieses niederträchtige neue entfachen der alten rechten und einfachen ideologien und slogans - manchmal nicht einmal in neuen gewändern ...
und dem also etwas entgegenzusetzen - zum beispiel auch mit den multimedialen und vielseitig einsetzbaren möglichkeiten der gedenk- und info|doku|blogs zum opferschicksal erna kronshages - auch in schule, studium, bildung, geschichtswerkstätten und initiativen - aber auch am stamm- oder kaffeetisch:  ganz & gar nichtkommerziell -  ohne verlag und ohne isbn-nr. ... - nur ein click entfernt - und ziemlich "barrierefrei" - mit: "erna-kronshage-in-memoriam"/multimedia|links - sind endlich alle multimedialen info- und doku-angebote und materialien zu erna kronshage in wort, schrift, bild und video unter diesem einen click miteinander vereint ...