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Freitag, 20. Januar 2017

Wie man Flüchtlinge unterstützt !!! - manchmal gehen auch AfD-Schüsse nach hinten los ...




Holocaust-Rede
Der unfreiwillige Flüchtlingshelfer


Mit seiner Holocaust-Rede hat der AfD-Mann H. großes Entsetzen provoziert. Nun profitieren von der Tirade wohl Flüchtlinge - der Aktivist Axel Steier erklärt hier, warum.

Mit Passagen aus einem Interview von Peter Maxwill | SPIEGEL-ONLINE

Die Reaktionen sind ausgesprochen heftig: Politiker und Prominente kritisieren die jüngste Rede des AfD-Politikers scharf. Der hatte im Dresdner Brauhaus W. vor Mitgliedern der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative unter anderem gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Seitdem tobt eine Debatte über den Umgang mit der AfD. Der Zentralrat der Juden nannte die Rede "zutiefst empörend", SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann bezeichnete H. als Nazi, Politiker der Regierungskoalition fordern nun eine Überwachung der Partei durch den Verfassungsschutz.

Das Brauhaus W., in dem der Thüringer AfD-Chef seine Rede halten durfte, will den Schaden jetzt offenkundig wiedergutmachen: "Wir bedauern die Ausnutzung unseres Hauses und unsere mangelnde Vorabprüfung zutiefst", heißt es in einer Stellungnahme, und: Die Einnahmen des Abends sollen der Hilfsorganisation Mission Lifeline -  zugutekommen.

Im Interview erklärt deren Vorstand Axel Steier, wie schwierig diese Spende für seinen Verein ist - und warum H. so unfreiwillig Menschenleben rettet.

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Bild: REUTERS


SPIEGEL ONLINE: Herr Steier, sind Sie H. dankbar?

Steier: Na ja, das kann ich nun wirklich nicht sagen. Die Rede dieses Mannes ist unsäglich. Das ist ja immer dasselbe bei der AfD: dolle auf den Putz hauen, dann zurückrudern, aber es bleibt trotzdem was hängen.

SPIEGEL ONLINE: Ihre Hilfsorganisation erhält wegen dieser Rede jetzt 2000 Euro - warum?

Steier: Das Brauhaus W. hat uns angerufen, die haben gesagt: "Es gab ja dieses Ding, jetzt würden wir das gerne einem guten Zweck zukommen lassen" - und dann haben sie gefragt, ob wir die Einnahmen der Veranstaltung, auf der H. diese Rede gehalten hat, als Spende annehmen. Das waren 1700 Euro, und sie runden auf 2000 auf. Selbstverständlich nehmen wir das!

SPIEGEL ONLINE: Kritiker werfen Ihnen jetzt auf Twitter und Facebook vor, schmutziges Geld anzunehmen.

Steier: Ja, aber warum? Es ist doch gut, dass bei dem Brauhaus nach der Rede ein Umdenken einsetzt.

SPIEGEL ONLINE: Zugleich profitieren Sie aus Sicht der Kritiker von einer äußerst umstrittenen Rede, wegen der H. angezeigt und von Spitzenpolitikern als Nazi bezeichnet wurde.

Steier: Wir finden natürlich schon, dass das Brauhaus Watzke sich in Zukunft genauer überlegen sollte, wen sie da auftreten lassen. Aber es ist doch gut, wenn man aus Fehlern lernt. Und es ist ja auch nicht neu, dass Hilfsorganisationen von so etwas auf Umwegen profitieren. Wir haben schon mit der Initiative "Prokopfgeldspende" zusammengearbeitet: Die spenden für jeden Pegida-Demonstranten in Dresden einen kleinen Geldbetrag an ein Flüchtlingsprojekt - zum Beispiel an uns.

SPIEGEL ONLINE: Was passiert jetzt mit den 2000 Euro?

Steier: Wir retten in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer, im Moment sammeln wir Geld für ein Rettungsschiff. Uns fehlen 90.000 Euro, um es zu kaufen und weitere 20.000, damit wir es ins Suchgebiet im Mittelmeer verlegen können. Dort sind gerade viele Flüchtlinge unterwegs - aber kaum Rettungsschiffe.

SPIEGEL ONLINE: Wie sehr helfen bei solchen Ausgaben 2000 Euro weiter?

Steier: Sehr! Sobald wir auf See sind, kostet uns der Einsatz tausend Euro am Tag. Mit diesem Geld sind wir also zwei Tage eher auf See, in dieser Zeit können wir 500 oder 600 Menschenleben retten. An diesen 2000 Euro hängt unter Umständen also das Leben Hunderter Menschen. Wer kritisiert, dass wir von H.s Rede profitieren, soll mir doch mal erklären, wie wir den Verzicht auf dieses Geld rechtfertigen sollten.

SPIEGEL ONLINE: H. hat also unfreiwillig Flüchtlingen das Leben gerettet?

Steier: Sozusagen. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass er brandgefährlich ist. Man täte gut daran, diesen Mann gar nicht mehr zu öffentlichen Veranstaltungen einzuladen. Ich hoffe, dass das ein weiterer Effekt seiner Rede ist.


Mach es nicht erst aus schlechtem Gewissen - spende jetzt Geld an die Hilfsorganisation Mission Lifeline: Taten statt Blubbern !!!