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Freitag, 12. Mai 2017

Methadon hilft vielleicht gegen Krebs - ist aber zu billig für einen wissenschaftliche Untersuchung




Hilft Methadon gegen Krebs?

"Methadon hat mir das Leben gerettet", sagt die krebskranke Andrea Manhillen aus Rutesheim. Eine Wissenschaftlerin aus Ulm hat ihr geholfen, doch die kommt mit ihrer Forschung nicht weiter.
   
Es war eine Zufallsentdeckung, die die Rechtsmedizinerin Claudia Friesen von der Uniklinik Ulm aufhorchen ließ. Krebszellen sterben in kürzester Zeit, wenn die Chemotherapie mit dem Drogenersatzstoff Methadon ergänzt wird. Den Mechanismus beschrieb die Forscherin 2014 der Fachwelt. Doch kein Pharmakonzern schien sich dafür zu interessieren. Obwohl Friesen auf mehrere Dutzend Patienten verweisen kann, deren Tumoren stark zurückgegangen oder verschwunden sind. Sabine Kloske rieten die Ärzte, sich auf den Tod vorzubereiten. Das ist zwei Jahre her. Doch sie lebt – ohne Tumor. Dank Methadon?

Warum interessiert sich niemand für die Ulmer Entdeckung? "Um einen wissenschaftlichen Beweis zu führen, braucht man eben klinische Studien", sagt Claudia Friesen. Aber daran scheinen Pharma-Unternehmen nicht interessiert. Weil mit Methadon kein Geld zu verdienen ist?