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Mittwoch, 14. Juni 2017

alles humbug - oder was ...



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Homöopathie-Kongress in Leipzig

"Humbug"

Homöopathie und Medizin verbinden - darum geht es bei einem Kongress in Leipzig. Natalie Grams war früher selbst homöopathische Ärztin. Hier erklärt sie, warum sie davon nichts hält.

Ein Interview von Nina Weber | SPIEGEL-online

SPIEGEL ONLINE: Frau Grams, warum sind Sie nicht beim homöopathischen Weltärztekongress in Leipzig?

Grams: Ganz ehrlich, ich würde dort wahrscheinlich nur beschimpft werden. Außerdem ist von einer so unwissenschaftlichen Veranstaltung leider kein wissenschaftlicher Diskurs zu erhoffen. Ich erlebe ja seit zwei Jahren, dass ein sachlicher Dialog mit den meisten Homöopathen nicht möglich ist.

SPIEGEL ONLINE: Das klingt vonseiten der Homöopathen aber anders. "Wir wollen über den Tellerrand blicken und gemeinsam mit der konventionellen Medizin nach Lösungen zum Wohle des Patienten suchen", sagte Monika Kölsch, praktizierende homöopathische Ärztin und Mitorganisatorin des Kongresses zur Deutschen Presse-Agentur dpa. Und: "Wir wollen keinen Grabenkrieg." Wollen Sie den?

Grams: Niemand will Grabenkämpfe. Aber wenn die Homöopathen sich allen Fakten gegenüber verschließen, ist ein sachlicher Dialog leider unmöglich. Deshalb ist es auch kein Wunder, wenn beide Seiten schnell gereizt sind. Fakt ist: Wir haben keinen Anlass zu glauben, dass homöopathische Medikamente eine Wirkung haben, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Wenn eine Gruppe Ärzte standhaft behauptet, dass Homöopathie wirkt, muss man - zum Wohle der Patienten - widersprechen.

SPIEGEL ONLINE: Dann halten Sie vermutlich auch nichts von einer Kombination von Medizin und Homöopathie?

Grams: Dass bedeutet doch nur, dass man wissenschaftliche Medizin und Humbug verbindet. Wie soll das dem Patienten nutzen?

SPIEGEL ONLINE: Frau Kölsch sagte auch, die Homöopathie "kann vieles, aber nicht alles" - gleichzeitig geht es auf dem Kongress um die Heilung einer Knochenmarkentzündung durch Homöopathie und den Einsatz der Methode bei Epidemien. Wie passt das zusammen?

Grams: Ich kann da nur aus meinem früheren Selbstverständnis heraus antworten. Da hätte ich auch gesagt: Als Homöopath erkennt man die Grenzen. Heute bezweifle ich stark, dass Homöopathen das gelingt. Und ja, am Ende denken Homöopathen, dass die Methode, weil sie angeblich die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert, gegen Krebs, Ebola oder eben eine Knochenmarkentzündung hilft.

SPIEGEL ONLINE: Als Sie noch als homöopathische Ärztin tätig waren, sind Sie auch auf Kongresse wie diesen gefahren. Vermissen Sie etwas?

Grams: In der Tat waren das interessante Veranstaltungen mit interessanten Menschen. Solche Kongresse sind wie Klassentreffen. Unter Homöopathen gibt es einen Schulterschluss: Alle teilen eine Meinung, das wird auf den Kongressen deutlich. Klar, mag der eine vielleicht lieber Q-Potenzen und der andere etwas anderes, aber dann sind sie eben Experten für unterschiedliche Bereiche und widersprechen sich nicht. In der Wissenschaft dagegen wird einem ständig widersprochen, dauernd wird etwas infrage gestellt. Da geht es viel rauer zu. Aber das gehört dazu, wenn man sich nicht gemeinsam Scheuklappen anlegt, sondern wirklich einen Diskurs führt.

Zur Person 
Natalie Grams, Jahrgang 78, ist Ärztin, Ex-Homöopathin und Mutter von drei Kindern. So kennt sie viele Perspektiven auf die Homöopathie. Sich von der längst als überholt geltenden Heilmethode loszusagen, ist ihr nicht leicht gefallen. Was sie überzeugt hat, beschreibt sie in ihrem Buch "Homöopathie neu gedacht". Heute leitet sie das kritische Informationsnetzwerk Homöopathie - und ist seit Januar 2017 Kommunikationsmanagerin der "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)"

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ja - man kann fast die uhr danach stellen, wann immer wieder durch den blätterwald aufmacher gegen die homöopathie geistern - und ich werde den verdacht nicht los, als sei dazu neben der vermeintlichen sensation auch dabei eine gehörige portion von bezahlten pr-fake-news der pharmazeutischen konkurrenz und der allopathischen ärztevereinigungen - denn gleichzeitig wird ja auch vermeldet: australien, die usa und russland hätten die homöopathie "offiziell" an den pranger gestellt - nur hier in deutschland, dem geburtsland der homöopathie durch den arzt samuel hahnemann (1755-1843), übernimmt jetzt eine parlamentarische staatssekretärin die schirmherrschaft eines homöpathischen ärztetages - aber das sei ja vielleicht auch dem hier tobenden wahlkampf geschuldet, denn viele hunderttausend bürger schwören auf die hahnemann-verdünnungen und -verschüttelungen oder die "schüssler-salze".

naja - und die usa (unter trump) und auch russland (unter putin) als die großen die homöopathie ablehnenden staaten sind ja auch in ihrer seriösität nicht mehr das was sie mal waren ... inwieweit dort korrupte oder pharmazeutisch-wirtschaftlich abhängige interessenverbände als regierungslobby mit den ton dafür angeben sei mal dahingestellt ...

ich nehme zum ein- und durchschlafen ab und an ein- bis zweimal  5 - 8 tropfen "neurexan" der firma "-heel" ein und hatte damit immer 100-prozentigen erfolg - sie hielten was sie versprachen. und was dabei nun die placebo-anteile, also reine einbildung, oder echte naturwissenschaftlich begründbare wirkweise ist, ist mir dabei völlig schnurz: was hilft hat recht - und "neurexan" empfahl noch neulich ein apotheker einer älteren dame, die nach schlaf-tabletten fragte ...

ich benutze noch ein paar andere ausgegoogelte homöopathische präparate - immer mit erfolg - und immer mit dem wissen, bei in deutschland verarbeiteten erzeugnissen: z.b. von der dhu (deutsche homöopathische union) - wala oder heel eigentlich auf der guten überprüften seite zu stehen - ohne nebenwirkungen - nur bei homöopathischen versandmitteln aus dem ausland sollte man vielleicht vorsichtig sein ... - die kommen mir nicht in die tüte:

aber da wird ja die crux liegen: wenn ich nach meinen jeweiligen gefühlten beschwerden mir ein passendes homöopathisches mittel ausgoogele, verlieren die ärzte und die allopathisch beherrschten pharmazeuten ihre einnahmen dabei - und das gut funktionierende "gesundheits"-system mit seinen milliardenschweren gewinnen erleidet etwas einbußen: denn: "je mehr er hat - je mehr er will ... nie schweigen seine klagen still" ... - und deshalb auch immer wieder der sturm auf die homöopathie ...

apropos placebo-wirkungen der homöopathischen mittel: meine nichte verabreicht ihrem hund z.B. bei durchfällen und anderen wehwehchen grundsätzlich homöopathische globuli von der tier-heilpraktikerin - auch immer mit promptem erfolg - obwohl der hund sich ja wohl keine eigenen placebo-wirksamen affirmationen entwickelt. allein irgendwelche wirkmächte lösen das wiederherstellen seines wohlbefindens aus ... - wir alle rätseln was das ist oder sein könnte und mit unserem "logischen" und kausalem denken ist das kaum zu erklären oder gar messbar nachweisbar - also somit "un-wissenschaftlich" - quacksalberei: aber - wer oder was heilt hat recht - basta ... 

und noch eine kritische anmerkung zu frau grams: wie will sie wohl mit "wissenschaftlichen" mitteln die "parawissenschaften" untersuchen, die in ihrer selbstdefinition sich zumeist als völlig "unwissenschaftlich" - eben "alternativ" bezeichnen: wie will sie mit wasser das feuer untersuchen ...??? als Kritiker der GWUP trat der soziologe edgar wunder in erscheinung, selbst ein ehemaliges gründungsmitglied des vereins. dieser bemängelte 1999 beispielsweise, die GWUP selbst stelle kaum untersuchungen zum nachweis paranormaler phänomene an, sondern „verstehe sich als kampfverband gegen alles, was der etablierten wissenschaft zuwiderlaufe“ (wikipedia) - und so ähnlich wird es sich auch mit den untersuchungen zur homöopathier verhalten ...: gegnerschaft statt ergänzung ...!!!  

S!