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Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar - etwa die genetische Vielfalt der Menschen | Copyright: Jean-Luc Dubin. Musée de l´Homme

Donnerstag, 18. Januar 2018

future cities

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zeit.de: filterblasen in denen wir wohnen sollen ...


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"Wenn man in der Lage wäre, 
eine Stadt von Grund auf neu zu bauen, 
könnte man auch bestehende Konzepte 
der Sozialpolitik und der politischen Führung 
komplett neu erfinden 
und ganz neue Ideen 
eines datengetriebenen Managements testen."

Dan Doctoroff - Sidewalk-CEO, ehemals stellvertretender Bürgermeister von New York und Chef von Bloomberg LP


in dem vielleicht etwas zu üppig geratenen artikel von adrian lobe aus "zeit/kultur" wird die nächste tendenz für das menschliche urbane zusammenleben skizziert: der Bewohner ist dann noch ... "...lediglich ein computer, der mit der vernetzten stadt zu einem großrechner verschaltet wird. daher rührt auch die neoliberale rhetorik von der 'performanz' der stadt, als müsse man das urbane leben irgendwelchen messbarkeitskriterien zuführen. der intellektuelle, der im straßencafé (analog) notizen macht, wäre demnach unproduktiv, weil er gar keine daten generiert. ..." (lobe).

ich meine, wir sind ja auf dem besten wege dahin: alle daten, die wir "hinterlassen" werden ja bereits gefiltert und sortiert und zugeordnet - und nicht "umsonst" ist mein mail-postfach morgens mit 40-50 oft dubiosen und anrüchigen werbeaufrufen vollgestopft - wie ja auch mein briefkasten "in real life" unten an der haustür.

ich bin einfach nur noch ein konsument, ein zahlendes etwas, was es zu ködern und zu "integrieren", sich "einzuverleiben" gilt - und manche nennen das in seinen "ganzheitlichen" auswüchsen dann ganz neudeutsch auch gern "inklusion": alles was etwas exotisch anmutet, was (noch) eigenständig ist und nicht einsortierbar - was im falle der frühkindlichen defizite etwa ge"sondert" in tagesstätten oder schulen nur mit "aufwand" "betreut" werden kann, wird passend gemacht - liefert auch bald daten - und wird dann für die it-gesteuerte hilfsmittel-industrie interessant - und es werden extra "chice" und auf das individuum "zugeschnittene" lebensräume generiert: für viel geld - damit wir dann alle miteinander rasch an die futtertröge kommen, die sie uns hinstellen und mit ihrem synthetischem "fast food" füllen - und was wir gar nicht fressen wollen - wird uns schmackhaft gemacht - wünsche entfacht - sonst rollt die knete (bitcoins, uro, rubel, $ollar, yuán) nicht: eine neue moderne variante von "friss oder stirb" - irgendwie eine art "pseudohumaner weltfaschismus" - andernorts heißt das dann noch "globale neoliberal-kapitalistische wirtschaftsordnung" - und da sind wir ja jetzt schon mittendrin mit merkels "marktkonformer demokratie"...

der einzige trost ist, dass auch die, die so etwas planen und umsetzen ebenfalls teil des systems sind - ebenfalls mit allem vernetzt und in alles mit allem total eingesponnen ...

bis irgendwann mal das netz vor lauter prallheit und sattheit reißt ... - S!


abb: prezi/vamedia gmbh