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Das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar - etwa die genetische Vielfalt der Menschen | Copyright: Jean-Luc Dubin. Musée de l´Homme

Mittwoch, 14. Februar 2018

schirn/ffm: basquiat | 16.02. - 27.05.



BASQUIAT. BOOM FOR REAL

16. FEBRUAR BIS 27. MAI 2018

Im New York der 1970er-Jahre hinter­ließ Jean-Michel Basquiat auf Häuser­wän­den Graf­fiti-Nach­rich­ten, colla­gierte Base­ball- und Post­kar­ten, kreierte seine eigene Klei­dung, malte auf Türen, Fens­ter­rah­men und auf riesi­gen Lein­wän­den. Heute zählt Basquiat (1960–1988) zu den bedeu­tends­ten Malern des 20. Jahr­hun­derts. Aus der sich im Lower Manhat­tan versam­meln­den Kunst­szene des Post-Punk-Under­ground kommend, eroberte das Wunder­kind ohne akade­mi­sche Ausbil­dung die Kunst­welt. Er arbei­tete mit Künst­ler­freun­den wie etwa Andy Warhol, Keith Haring oder auch Blon­die zusam­men.1982 erhielt er als bislang jüngs­ter Teil­neh­mer der Docu­menta inter­na­tio­nale Aner­ken­nung.

Basqui­ats leben­dige, rohe Bilder­welt entspringt einer Bele­sen­heit, die sich in großen Schrift- und Text­frag­men­ten durch das gesamte Werk zieht. Mehr als 30 Jahre nach Basqui­ats letz­ter Präsen­ta­tion in einer öffent­li­chen Samm­lung in Deutsch­land widmet die SCHIRN dem Werk des US-ameri­ka­ni­schen Ausnah­me­künst­lers eine große Einzel­aus­stel­lung und zeigt eine heraus­ra­gende Auswahl von über 100 Werken. Viele der Leih­ga­ben aus inter­na­tio­na­len Museen und priva­ten Samm­lun­gen waren zuvor noch nicht in Deutsch­land zu sehen. Erst­mals wird dabei auch Basqui­ats Bezie­hung zu Musik, Text, Film und Fern­se­hen in einem über­ge­ord­ne­ten kultu­rel­len Zusam­men­hang deut­lich.

Eine Ausstel­lung des Barbi­can Centre, London, in Koope­ra­tion mit der SCHIRN KUNST­HALLE FRANK­FURT

ein gut viertelstündiger bericht von der gleichen ausstellung, die schon london in der barbican art gallery gezeigt wurde.


ich mache jetzt mal reklame für eine ausstellung in der schirn in frankfurt/main. jean-michel basquiat (1960-1988) ist für mich einer der wichtigsten künstler überhaupt, ein autodidakt, der sein multitalent (basquiat schrieb auch texte und war auch musiker) als "begabung" in die wiege gelegt bekam.

trotz zum teil widriger kindheits- und jugenderlebnisse und ohne ausbildung einer stabilen sicherheits- und geborgenheitszone schrieb die "berliner zeitung" 2017 zur eröffnung der jetzigen schirn-ausstellung vor einem jahr in london: „basquiat war zu seinen lebzeiten jemand, der grenzen aufgebrochen hat. er ist der erste afro-amerikanische künstler, der zum star aufstieg.” als jüngster künstler überhaupt nahm der damals 21 jahre alte basquiat 1982 an der documenta 7 in kassel teil.

basquiat hat durch seine energie, seine einzigartige flirrend rasche linienführung und die „art, wie er wörter verwendet”, neue denkbahnen eröffnet. sein copy-und-paste-ansatz reflektiert mit unserer heutigen denkweise, heißt es zu den mit textfragmenten durchsetzten collagewerken und haben dadurch jeweils etwas hypertextuales - und dokumentiert so für mich damit geradezu "typisch" die epoche der "postmoderne" - anything goes.

mit seinen klaren aussagen zu fragen wie rassismus, kolonialismus, sozialem unrecht oder sklaverei habe basquiat dem betrachter neue Zusammenhänge eröffnet. und das ist ja heute wichtiger denn je.

ja - basquiat nahm vieles vorweg in seinen superschnell fertiggestellten arbeiten - eine bildwelt, wie sie uns heute beim surfen im internet in den sozialen medien begleitet - aber die auch in den graffities, die uns in den ballungszentren umgeben, enthalten ist. -S!