"

Montag, 11. Dezember 2017

ach du liebe zeit ...


nach einer Abb. zum Artikel im WB


»KI« wird Teil unseres Alltags

Paderborner Wissenschaftler schätzt »Künstliche Intelligenz« ein

Künstliche Intelligenz (KI), lernende Maschinen: Die nächste Phase der Informationstechnischen Revolution ist dabei, unseren Alltag umzukrempeln. Ist die KI Fluch oder Segen? Oder noch Science Fiction? Das WESTFALEN-BLATT nähert sich dem Phänomen in einer Artikelserie. Den Anfang macht ein Gespräch mit einem Forscher der Universität Paderborn. Die Fragen an Prof. Dr. Reinhold Häb-Umbach stellte Thomas Lunk.

Wie nähern Sie sich in Ihrem Fachgebiet dem Thema »Künstliche Intelligenz« (KI)?

Häb-Umbach: Unser Forschungsschwerpunkt ist die Sprachverarbeitung. Siri, Cortana und Co. verwenden automatische Spracherkennung, um die gesprochenen Eingaben der Nutzer zu verstehen. Wir arbeiten an einer möglichst robusten Erkennung, damit die Eingabe auch verstanden wird, wenn es in der Umgebung laut ist oder der Sprecher weit von dem Gerät entfernt ist. Wir arbeiten in diesem Thema mit einigen großen Firmen zusammen: wir haben einen »Google Faculty Research Award« erhalten, und Mitarbeiter von mir haben im Sommer bei Google, Microsoft und NTT (einem japanischen Telefonkonzern) gearbeitet. Auch ich war einige Wochen bei Microsoft Research.

Nur sechs Prozent der Deutschen gaben bei einer Befragung der Unternehmensberatung PcW an, mit dem Begriff KI nichts anfangen zu können. Aber wissen sie auch, was sich hinter diesem Begriff verbirgt? Wie definieren sie KI und grenzen sie von anderen Computerprogrammen ab?

Häb-Umbach: Ich verstehe darunter Systeme, die aus großen Datenmengen lernen. z.B. lernen solche Systeme aus Bildern von Katzen, eine solche in einem neuen, bisher unbekannten Bild zu erkennen, ohne dass eine Mensch explizit dem Programm beibringen muss, woran man eine Katze erkennt.

Neuronale Netzwerke, selbstlernende Programme… Wie funktioniert KI? Wie bringen Sie Computern »das Denken« bei?

Häb-Umbach: Denken ist ein viel zu hoch gestochener Begriff. Die Systeme lernen aus sogenannte annotierten Trainingsdaten. Um beim obigen Beispiel zu bleiben: Die Software wird mit mit Bildern gefüttert, von denen ein Mensch gesagt hat, dass sie entweder eine Katze darstellen oder eben nicht. Anhand dieser Beispiele lernt das Programm dann, neue Bilder korrekt zu klassifizieren.

Braucht es dafür spezielle Hardware oder neue Programmiersprache? Spielen Prolog und Lisp noch eine Rolle, oder welche Sprache sprechen KI-Forscher?

Häb-Umbach: Prolog und Lisp spielen überhaupt keine Rolle mehr. Die bei weiterm beliebteste Sprache in diesem Bereich ist Python. Spezielle Hardware ist notwendig, wenn die Programme schnell laufen sollen. Es werden sog. »graphical processing units (GPUs)« eingesetzt, wie sie auch für performante Videospiele benötigt werden.

Ist der Einsatz von KI nur ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung der elektronischen Datenverarbeitung (EDV), oder doch eher in einer Reihe mit der Industrialisierung und der IT-Revolution zu sehen?

Häb-Umbach: Ich denke schon, dass es eine signifikante Weiterentwicklung der Automatisierung ist und der Computer nun Aufgaben übernehmen kann, wo er bisher dem Menschen weit unterlegen war. Beispiel: die Auswertung von Patientendaten, zum Beispiel Röntgenbildern, für Diagnosezwecke.

Wird KI Teil unseres Alltags? Werden digitale Assistenten bald intelligent sein?

Häb-Umbach: Ja, KI wird Teil unseres Alltags werden, bzw. ist es schon. Denken Sie nur an den Erfolg von Amazon Echo. Als intelligent würde ich sie immer noch nicht beschreiben.

Fast neun von zehn Deutschen glauben, dass KI uns helfen könnte, anstehende Herausforderungen zu meistern. Kann uns KI helfen, den Klimawandel zu stoppen, Krebs zu heilen und den Hunger auf der Welt zu beenden?

Häb-Umbach: Ja und nein. Hier fehlen meiner Meinung nach die politischen Anreize. Die großen Firmen machen das, womit man am meisten Geld verdienen kann. Wenn der Ausstoß von CO2 stärker mit Kosten verbunden wäre, würde man viel mehr an Energieeffizienz forschen. KI kann sicherlich hierzu einen großen positiven Beitrag leisten.

In den Spielfilmen der Terminator-Reihe hat Skynet, eine KI, nur Minuten nach dem Einschalten versucht, die Menschheit auszulöschen. Sehen Sie die Gefahr, dass KIs uns über den Kopf wachsen, außer Kontrolle geraten?

Häb-Umbach: Nein. Ich sehe eher die Gefahr, dass Geräte sich für intelligent ausgeben und dabei eher strohdumm sind und die Erwartungen nicht erfüllen.

Wie steht es um Kreativität? Werden KIs eines Tages Kunst und Kultur, Architektur und Musik aufmischen?

Häb-Umbach: Das tun sie ja zum Teil jetzt schon. Allerdings kann KI bisher immer nur Bekanntes variieren. Radikal neues und Kreatives ist dem Menschen vorbehalten.

Werden wir uns eines Tages mit der Frage beschäftigen müssen, ob eine Künstliche Intelligenz eine eigene Person mit allen Rechten und Pflichten ist?

Häb-Umbach: In gewisser Weise müssen wir uns jetzt schon damit beschäftigen: Wer ist beispielsweise Schuld, wenn ein autonomes Fahrzeug einen Unfall baut?


aus: WESTFALEN BLATT No. 287, 11-12-2017 - AUS WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG IN OWL



ich bin ja nun erst und schon 70 - aber eigentlich habe ich mein leben lang von "ki"s gehört und gelesen - und auch schon unter "ki"s "gelitten" ... mal war es "ki" als science fiction, mal als geheimnisvolle esoterik (der "golem" in prag) mal als sage und märchen und bibel als geistwesen oder engel - mal als computer, mal als roboter usw. usf.

aber scheinbar ist in dem guten alten begriff eines "roboters" - mit dem ich aufgewachsen bin - zuviel russisches sprachgut gelegt - als dass man ihn heute noch wertfrei verwenden würde - obwohl ja der "roboter"-begriff mitten im "kalten krieg" sprachgut wurde. aber "ki" hört sich ja auch irgendwie viel gebildeter - viel moderner an ... (und trotzdem ja vielleicht das "un-wort" des jahres ... ?!?!)

trotzdem sind das alles olle kamellen, die man da - zugegeben - inzwischen zwar real in echt - allerdings mit viel geld-forschungsmitteln - fördert und herstellt ... - und vieles wird nicht besser funktionieren / siehe BER-flughafen, siehe deutsche bahn (münchen-berlin-strecke), siehe "air berlin", elbphilharmonie, stuttgart 21, diesel-abgase und und und ...

und - nicht zu vergessen: jedes automatisierte "wesen" ist ein angriff auf den guten alten "arbeit-nehmer" - der ja immerhin noch in die gewerkschaft eintrat, eine ordentliche lehre und ausbildung absolvierte, meisterprüfungskurse belegte und mehr schlecht als recht seine familie davon ein arbeitsleben lang bis zur rente ernähren musste ...

denn jede automatisierte arbeitsleistung setzt sicherlich irgendwo ein paar menschen in die arbeitslosigkeit und in hartz iv ... - ein weitaus größerer "feind", als jeder flüchtling es je sein könnte, denn auch ihm wird damit ja seine integration in die gesellschaft hintertrieben ...

mit arbeitsmodellen vom 5-std.-tag wird ja schon experimentiert, mit der arbeit vom wohnzimmer aus ... bals haben wir "paradiesische" zustände, wo uns die gebratenen tauben in den wanst fliegen, ohne dass wir einen handschlag noch tun müssen ... - oder so ähnlich ...

die guten alten service-berufe: z.b. der straßenbahn- und zugschaffner, der ober im gastgewerbe, die einzelhandels-verkäufer(innen) im laden usw., die sind ja schon längst z.b. vom "eisernen schaffner", vom "ticket-knips-automat" (bald sogar flächendeckend vom erwerb bis zur entwertung mit smartphone) abgelöst ... - die vielen handwerksberufe, die längst verschwunden sind ...

ich habe ja schon eine solche digitale revolution vor 50 jahren in meinem arbeitsleben mitgemacht: als fast über nacht die schriftsetzer und die bleilettern weggefegt wurden - und fast jede normale "tippse" einen zeitungsartikel fertigen konnte am computer - in bloksatz und vielen beliebigen schriften - ohne den schweren platzraubenden setzkasten, der damals noch meinen großen zehnagel am rechten fuß für immer lädiert hat ... 

ja - die erfindung vom ollen gutenberg, die ja so im gleichschritt mit der reformation luthers damals zum massenphänomen wurde und zur entwicklung der ersten "medien" beitrug, ist 500 jahre später hinweggefegt und längst geschichte und nur noch eine kleine nostalgie-abteilung im handwerks-museum ... - irgendwie war das ja auch schon "ki" ...

und in 500 jahren wird man sicherlich fragen: was war damals nochmal dieses vermaledeite "ki" ... ??? - S!

Sonntag, 10. Dezember 2017

du bist mir vielleicht 'ne marke ... - ein bericht von welt.edition

click here

krise

gefunden in der welt am sonntag - nr. 50 - S. 12

Samstag, 9. Dezember 2017

spurensicherung

S!NEDi|art: spurensicherung in nachbars garten

guter gott



Bild: BR


PAPST-KRITIK

Wird das Vaterunser nun geändert?

Papst Franziskus hat die deutsche Übersetzung des Vaterunser kritisiert. Er stört sich am Vers „Und führe uns nicht in Versuchung“. Nun droht die Änderung. Dabei ist der griechische Text eindeutig.

Von Lucas Wiegelmann | welt.de

Wenn die Deutschen jetzt an Weihnachten mal wieder in die Kirche gehen, sollten sie das gemeinsame Vaterunser noch einmal genießen. Es kann nämlich gut sein, dass es nicht mehr lange in der Textgestalt gebetet wird, die ihnen seit Generationen vertraut ist. Seit einigen Wochen läuft eine Debatte in der katholischen Kirche, ob das Gebet, immerhin einer der bekanntesten Texte aller Zeiten, nicht langsam mal geändert werden müsste, um modernen Empfindlichkeiten besser zu entsprechen.

In dieser Woche nun hat die Diskussion den möglicherweise entscheidenden Impuls bekommen, indem sich die zugleich unwahrscheinlichste und wichtigste Stimme, die man sich in der Angelegenheit denken kann, dazu geäußert hat – und zwar gegen den bisherigen Wortlaut des Gebets: der Papst. Zu dessen Hauptaufgaben gehört es ja sonst eigentlich nicht, über Jahrhunderte bewährte liturgische Texte infrage zu stellen.


nach: instagram promiflash.de


Falsches Gottesbild?

Der Streit entzündet sich an der Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“. Kritiker finden, in der Formulierung werde ein falsches Gottesbild vermittelt. Es werde impliziert, dass Gott auch ganz anders könnte. Dass er die Menschen auch aktiv in Versuchung führen würde, wenn ihm danach wäre. Warum aber sollte er, der das Gute schlechthin ist, so etwas tun?

„Und führe uns nicht in Versuchung“, wie es etwa in der deutschen und auch in der italienischen Version des Vaterunser heißt, sei „keine gute Übersetzung“, sagte der Papst in einem Interview mit dem italienischen Sender TV2000. „Lass mich nicht in Versuchung geraten“ wäre besser, so Franziskus. „Ich bin es, der fällt, aber es ist nicht er, der mich in Versuchung geraten lässt.“ Ein Vater mache so etwas nicht. „Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“

„Gott führt niemanden in Versuchung“

Damit folgt der Papst den Bischöfen in Frankreich, die erst vor Kurzem die französische Übersetzung genau in diesem Sinne überarbeitet haben. Dort heißt es jetzt: „Et ne nous laisse pas entrer en tentation“ (früher: „Ne nous soumets pas à la tentation“). Solche Änderungen bedürfen natürlich der Genehmigung des Vatikan. Insofern konnte man schon ahnen, dass auch Papst Franziskus persönlich die Änderung billigt. Dass er die Debatte nun aber auch selbst vorantreibt, ist dennoch eine Überraschung.

An der Sache mit der Versuchung hat es in der Vergangenheit immer wieder Unbehagen gegeben. So sehr, dass sich sogar der Katechismus, das verbindliche Glaubenslehrbuch für Katholiken weltweit, Anfang der 1990er-Jahre vorsichtig davon distanziert hat. Unter Nummer 2846 heißt es im Katechismus:

  • „Wir bitten unseren Vater, uns nicht in Versuchung zu ,führen‘. Es ist nicht einfach, den griechischen Ausdruck, der so viel bedeutet wie ,lass uns nicht in Versuchung geraten‘ oder ,lass uns ihr nicht erliegen‘, in einem Wort wiederzugeben. ,Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemanden in Versuchung‘ (Jak 1,13); er will uns vielmehr davon befreien.“


„Hineintragen“ als entscheidendes Verb

Das Problem ist: Der griechische Urtext ist möglicherweise gar nicht so schwer zu übersetzen, wie es der Katechismus andeutet. Das Vaterunser hat für Christen deshalb so eine überragende Bedeutung, weil es das Gebet ist, das Jesus selbst seine Jünger gelehrt hat. Es wird vom Matthäus- und, etwas kürzer, vom Lukasevangelium bezeugt (Mt 6,9-13; Lk 11,1-4). Thomas Söding, Professor für Neues Testament an der Ruhr-Universität Bochum, hat gerade noch einmal in der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ ausgeführt, dass das entscheidende Verb auf Deutsch eindeutig „hineintragen, hineinbringen“ heiße.

Das Subjekt, Gott, trägt die Menschen in etwas hinein, und zwar – eingeleitet durch die griechische Präposition „eis“(zu, hin) – in die Versuchung. „Versuchung steht im Akkusativ, ist also auch grammatikalisch als Ziel dieser Bewegung, dieses Hineintragens gekennzeichnet. „Bei Matthäus und bei Lukas steht exakt dieselbe Wendung; sie geht auf die Logienquelle zurück, die älteste Sammlung von Jesusworten“, so Söding. Der Sinn sei „unzweideutig“.

Die Bibelrevisoren ließen alles beim Alten

Eine Änderung der Übersetzung im Deutschen hätte also eher theologische Gründe, keine sprachlichen. Mit der Approbation der neuen französischen Fassung und dem Interview des Papstes hat der Vatikan diesen theologischen Gründen nun aber ein besonderes Gewicht verliehen. Muss jetzt auch die deutsche Fassung geändert werden, oder ist es denkbar, dass die Christen dauerhaft in verschiedenen Ländern unterschiedliche Vaterunsers beten? Und: Was wäre schlimmer?

Spricht man mit Wissenschaftlern, die an der erst im vergangenen Jahr erschienenen Revision der katholischen Einheitsübersetzung mitgearbeitet haben, ist zu hören, dass eine mögliche Überarbeitung des Vaterunser jedenfalls nie diskutiert wurde. So wie übrigens auch die ebenfalls 2016 erschienene neue Lutherbibel beim gewohnten Wortlaut blieb. Auch dort heißt es bisher: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Die deutsche Bischofskonferenz, die eine Reform gegebenenfalls organisieren und mittragen müsste, ist bei dem ganzen Thema im Moment noch überfragt: Man habe „noch keine Sprachregelung“ zum Vaterunser, ließ sie am Freitag mitteilen. Bis Klarheit über ihr wichtigstes Gebet herrscht, werden sich die Christen also erst noch einmal in der Gelassenheit üben müssen, die schon das Vaterunser empfiehlt: „Dein Wille geschehe“.


© WeltN24 GmbH. Alle Rechte vorbehalten

_____________________________________________________



tja - wie ein wirbelwind ... vom ersten tag seines pontifikats an "tobt" papst franziskus durch die verkrustete und unzeitgemäße glaubenswelt von katholiken, protestanten und orthodoxen christen und schneidet alte zöpfe ab.

was würde es mich freuen, wenn er mit seinem klaren gottesverständnis auch endlich all diese unsäglichen dogmen angeht, die behaupten, jesus sei "zur vergebung unserer sünden" am kreuz gestorben - und sein blut deshalb vergossen worden ... - denn wenn gott ein "guter vater" nach überzeugung des papstes ist, der "uns nicht in versuchung" führt - dann ist gott folglich auch ein vater, der seinen sohn nicht planvoll in einen sogar epochal scheinbar begründeten und "notwendigen" "sühnetod" schickt ...

Freitag, 8. Dezember 2017

bounce

DPA

BOUNCE - hat es den Urknall gar nicht gegeben?

Am Anfang war der Big Bang - damit begann die Geschichte des Universums. Doch manche Forscher stellen die Idee des Urknalls in Frage. Die Alternative dazu klingt fast noch verrückter. Statt eines Urknalls gefolgt von einer raschen Phase der Ausdehnung, der Inflation, schlagen diese Forscher einen Übergang vor, einen kosmischen "Bounce". 



Doch was heißt das?

Der Bounce folgt auf eine andere kosmologische Epoche, in der sich das Universum langsamer zusammenzieht. Dies hat zur Folge, dass der bisher geglaubte Anfang des Universums gar nicht der Beginn war, sondern lediglich ein Meilenstein in einer deutlich längeren kosmischen Entwicklungsgeschichte als die Urknall- und Inflationstheorie bisher angenommen hatten.

Während der Urknall eine heftige Explosion ist, ist ein kosmischer Bounce eher zu vergleichen mit einem Gummiband, das sich zusammenzieht und dann wieder ausdehnt.

"Vor einem kosmischen Bounce zieht sich das Universum erst langsam zusammen und dehnt sich danach wieder langsam aus", erklärt Anna Ijjas, Forscherin der Columbia University. Eine Inflation, also eine schnelle Ausdehnung, finde nicht statt.

Die zwei Bounce-Szenarien

Aufgrund der langsamen Kontraktion des Universums bleiben auch diejenigen quantenmechanischen Effekte, die man üblicherweise ignoriert, die aber während der inflationären Phase extrem vergrößert werden, gering, so dass auch kein Multiversum zustande kommt. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber der Bigbang-Theorie.

Die größte Herausforderung für Forscher ist eine exakte wissenschaftliche Beschreibung des Bounces. In zwei Ansätzen arbeiten Forscher an neuen Theorien für den Übergang von Kontraktion zu langsamer Ausdehnung des Universums.

  • Steinhardt und Ijjas arbeiten mit einem Szenario, bei dem sich das Universum auf eine minimale Größe zusammengezogen hat, aber weiterhin eine Ausdehnung besaß. 
  •  Neil Turok, Direktor des Perimeter Instituts für theoretische Physik in Kanada, und sein Kollege, Steffen Gielen, hingegen stellen sich einen kosmischen Bounce vor, bei dem sich das Universum vor der Ausdehnung zu einem einzigen Punkt, auch Singularität genannt, zusammengezogen hat.

Auch stellt sich die Frage, was vor der vorherigen Phase war. Einige Ideen dazu beziehen sich auf ein zyklisches Universum, in dem sich Ausdehnung und Zusammenziehen in einem ewigen Kreislauf abwechseln.

Doch definitive Nachweise gibt es dafür genauso wenig wie für den abrupten Beginn mit einem Urknall. Erst weitere Forschung und experimentelle Daten werde Klarheit über die Frage nach der Herkunft des Universums bringen können.

Textquelle: Kurzform eines SPIEGEL+-Artikels





also - wenn ich mich in dieses "bounce"-szenarium eindenke als laie, kommt mir das bild einer "riesen-lunge" in den sinn: aufblähen beim lufteinholen - erschlaffen beim ausatmen ... - auch beim lebendigen herzschlag und dem kreislauf spüren wir ja solche ebenfalls immerwährenden zyklischen abläufe in der systole und diastole - und auch in der gesamten verstoffwechselung des menschen.

ohne mich irgendwie "rühmen" zu wollen - aber dieses bild des ewigen ausdehnens und zusammenziehens als zustand des alls habe ich auch schon früher gehabt - und auch schon mal irgendwo gelesen vor vielen jahren - die theorie wird nämlich in ähnlicher weise seit 1922 diskutiert - ist also ein "alter hut" - wenn auch etwas vernachlässigt ... (siehe dazu bei google unter dem stichwort "big bounce"): auf alle fälle ist mir diese bounce-theorie viel sympathischer als dieser orgastische urknall einer bigbang-explosion unvorstellbaren ausmaßes.

und auch als mann habe ich immer gedacht: das ist eine typisch "maskuline" erklärung zur entstehung des alls - während eine "feminine" erklärung wohl eher die eines zyklischen geschehens wäre.

auch in eine nach der bigbang-theorie angenommene multiversum-theorie kann ich mich schlecht außerhalb eines science-fiction-films oder -romans einfinden. parallelwelten begegnen mir ja bereits genug im aufeinandertreffen mit meinesgleichen in der diversität des alltags ... - 

auch die biblischen "wiederkehr"-szenarien "bis in alle ewigkeit" sind für mich mit der bounce-theorie kompatibler ... - S!




Donnerstag, 7. Dezember 2017

wahrheitspresse

S!NEDi|art: geschichtsklitterung durch die wahrheitspresse

system 90

zum 90. | S!|art

click here
Niklas Luhmann wäre in diesen Tagen 90 geworden – und man fragt sich bis heute: Wie schuf ein Beamter eine soziologische Supertheorie? 24 Antworten aus dem Zettelkasten, von Habermas bis zum Thema AfD.

click auch hier >>> und dann stichwort "luhmann" suchen - ein Beitrag aus 2014 zu Niklas Luhmann aus diesem Blog ...


tintenblaues haiku

S!|art: tintenblaues haiku

Mittwoch, 6. Dezember 2017

lyrik & bild: drehschwindel



ttt: Science oder Fiction? Leben im Zeitalter Künstlicher Intelligenz

nur weiter so ...

click here
dies ist eine in meinen augen ganz hervorragende nur 6 minuten lesezeit in anspruch nehmende analyse und sezierung der "c"du - und der union insgesamt - die eigentlich seit 1949 uns nichts anderes sagen will als: "weiter so" ...

bedeutende - diese republik tatsächlich verändernde - "reformen" (ich hab bei diesem begriff nur immer den rollenden r-sound von willy brandt im ohr ...) sind von ihr nie ausgegangen und auch nicht mehr zu erwarten.

sie war und ist ein kanzler(in)-wahlverein mit der ur-mentalität eines schützenvereins (von der küste bis runter zur mainlinie) bzw. eines karneval- bzw. faschingvereins (in bayern und köln) ... - die alle 4 jahre den schützenkönig oder den prinz karneval auskungelt - und ansonsten im kleinen kreis ihre kleinen miesen geschäftchen abspricht und sich darin bestärkt, gutes geld zu verdienen. 

das was die gründerväter in nrw ihr vor 70 jahren im ahlener programm mit in die wiege legten, hat man ganz rasch vergessen und verdrängt, um des lieben profits und des "bisschen frieden"s willen - mit voller aufrüstung und bei kaltem krieg ... - "wer noch einmal ein gewehr in die hand nehmen will, dem soll die hand abfallen", dröhnte aus bayern kein geringerer als der damals aufstrebende csu-politiker und spätere verteidigungsmimister (!) franz josef strauß ...

und da man alle regungen durch die demoskopie, die dem volk aufs maul schaut, und die der anderen "politischen" mit-bewerber - bzw. die der kleinen schweinchen, die die medien immerzu durchs dorf jagen - als staubflusen längst aufgesaugt, assimiliert, und ab- bzw. resorbiert hat - trollert die union zu weihnachten daher wie eine taube nikolaus-nuss - ohne jeden kern ... - sie ist plötzlich & unerwartet: einfach implodiert ...

merkel spricht ja da von "markt-konformer (!) demokratie" - und hat damit das einzige credo dieser interessengruppe cdu/csu trefflich beschrieben ...

und wiederum möchte ich ihr - diesmal auch noch kurz vor der einäscherung - ehrlich kondolierend zurufen: ... "nur weiter so" ... - S!

Dienstag, 5. Dezember 2017

ASCHE STAUB HYPE - BABYLON BERLIN

click here


glyphosat in bielefeld



Pflanzenschutz-Streit: Landwirte sehen sogar ökologische Vorteile durch den Einsatz des Herbizids und kritisieren die Politik. Rückendeckung erhalten sie vom Fachinstitut, das keine gesundheitsschädigende Wirkung feststellen kann

Von Ansgar Mönter | NW

Bielefeld. Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, seit 40 Jahren im Einsatz, ist zum Politikum geworden. Interessenvertreter arbeiten sich daran ab. Für die einen steht das Mittel für die industrielle Landwirtschaft, für das Ende von Artenvielfalt und Gesundheitsschäden; für die anderen ist es eine bewährte und gesundheitlich unbedenkliche Chemikalie, die sogar ökologischen Nutzen hat, solange es keine brauchbaren Alternativen dazu gibt. Bielefelds Landwirte verteidigen Glyphosat - und erhalten fachliche Rückendeckung vom Bundesinstitut für Risikobewertung.

Landwirt Adolf-Heinrich Quakernack spricht für den Ortsverband Bielefeld-Süd des Landwirtschaftlichen Kreisverbands; Landwirt Bernd Upmeier zu Belzen für den Ortsverband Bielefeld-Nord. Beide verteidigen das umstrittene Pflanzenschutzmittel. "Das Mittel ist gut und wirksam und schädigt nicht Boden und Samen der Frucht", sagt Quakernack. Er erklärt, warum das so sei: "Es wird nur vor der Einsaat oder nach der Ernte eingesetzt." Die eigentliche Kulturpflanze, die der Bauer anbaut, werde nicht damit gespritzt. Quakernack führt als weiteren Vorteil an, dass mit Glyphosat der Boden seltener gepflügt und gegrubbert werden müsse. "Das spart enorm viel Dieselverbrauch und verhindert die Erosion des Bodens." Kollege Upmeier zu Belzen sieht das genauso. Laut seiner Rechnung müsste er rund 2.000 Liter Diesel verbrauchen, dürfte er Glyphosat nicht einsetzen. Auch das Bodengefüge bleibe durch dessen Einsatz stabiler, und damit auch die biologische Zusammensetzung mit Kleintieren im Boden.

Upmeier zu Belzen widerspricht den Vermutungen, die Landwirte seien von dem Glyphosat-Konzern Monsanto abhängig. "Das stimmt für uns nicht, außerdem ist das Patent längst abgelaufen, es gibt zahlreiche Nachahmerprodukte auf dem Markt." Der Landwirt aus Jöllenbeck erinnert zudem an die Funktion seiner Berufskollegen. Man müsse Lebensmittel produzieren, und dabei verlasse man sich beim Einsatz der Hilfsmittel auf die Bewertung von Experten. Glyphosat sei geprüft worden, deren Giftigkeit sehr gering eingeschätzt worden. Tatsächlich hatte ein Krebsforschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation ein Krebsrisiko durch Glyphosat aus Tierversuchen abgeleitet. Demnach sei es "potenziell krebserregend" - ähnlich wie Rindfleisch, Kaffee oder Sonnenstudios.

Die Bielefelder Landwirte wünschen sich, dass Fachleute weiterhin über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln entscheiden. Mehrere Verbote, etwa von E 605 oder Lindan, würden zeigen, dass bei Gefahr eingegriffen werde. "Es macht uns Sorgen, wenn solche Fragen zum Spielball der Politik werden", sagt Upmeier zu Belzen. 

© 2017 Neue Westfälische, Bielefeld Süd, Dienstag 05. Dezember 2017

Mein Leserbrief daraufhin (hier im Blog etwas erweitert):

Leserbrief zu "Bauern verteidigen Glyphosat" v.  05.12.2017:
                
Beide Sprecher der Bielefelder Landwirte umschiffen das mit Glyphosat zusammenhängende Thema des massiven Insekten(aus)sterbens und folglich des Vogel(aus)sterbens als Folge der Anwendungen in der "biologischen Kette".
                
Da wird vielleicht weniger Diesel verbraucht - allerdings bei  allmählich cleanen leblosen Böden und fehlendem diversen Vogelgezwitscher im Frühling ...
               
Und wenn man Glyphosat "nur vor der Einsaat oder nach der Ernte einsetzt" - heißt das für mich: dass das Keimen der Saat selbst und die pflanzliche Entwicklung der Kultur mit Glyphosat "im Kern" - also "substanziell"  irgendwie auch kontaminiert wird und in der heranwachsenden und blühenden Pflanze enthalten ist. 
                
Im einzelnen sind solche biologischen Mikro-Stoffwechselprozesse nur ungenügend erforscht und die sogenannten "Gut-Achten" sind hauptsächlich von der chemischen Interessenindustrie selbst finanziert und entsprechend redaktionell bearbeitet.  
Die Versuchsreihen dazu sind so kostspielig, dass sie "neutral" oder  "allparteilich" gar nicht durchgeführt werden.

Das gesamte humanoide "Mikrobiom" von abermilliarden Allerkleinstlebewesen zum Beispiel im menschlichen Magen-/Darmtrakt, deren Wirkung das "Bauchgehirn" und hauptsächlich über den Nervus vagus auch das Gehirn zumeist nur in einer Richtung von unten nach oben beeinflussen und bis in die Psyche mitsteuern, ist jedenfalls bisher kaum im Einzelnen erforscht ... 

Da klaffen überall noch große Erkenntnislücken - ebenso dann natürlich bei all den Botenstoff-Verbindungen in der Pflanzenwelt und im Mutterboden (siehe dazu auch die populärwissenschaftlichen Bücher von Peter Wohlleben) und die Schädigungen dann durch Giftsubstanzen wie Glyphosat oder Neonicotinoide ...
                
Der Einfluss von Glyphosat auf Böden und Pflanzen (!) jedenfalls ist ja wiederum durch die Wirksamkeiten auf das sogenannte "Unkraut" eindeutig - und somit über die Pflanzen und ihrem Blütennektar auch auf die Tiere.

Nach erstmaligem Kontakt mit einer Futterquelle, die 10mg/l Glyphosat enthielt, verlängerte sich die Rückkehr von Bienen zum Stock signifikant im Vergleich zu Tieren, die dem Herbizid nicht oder nur in geringeren Mengen ausgesetzt waren. Bei wiederholtem Besuch der Futterquelle mit Glyphosat ist der Lernprozess für den direkten Heimflug deutlich gestört. „Es ist besorgnis-erregend, dass sogar wenige kurzzeitige Kontakte mit Glyphosat solche Beeinträchtigungen hervorrufen, denn eine wiederholte Aufnahme bei den Bienen ist zu erwarten“ so Imkermeister Thomas Radetzki vom Verein Mellifera e. V. und Sprecher des Bündnisses zum Schutz der Bienen. In Deutschland werden jährlich mehrere Tausend Tonnen Herbizid auf 39% der Ackerflächen eingesetzt. Darüber hinaus kann sogar im Nektar von Wildpflanzen in der Umgebung behandelter Felder das Herbizid nachgewiesen werden.
                
Ich jedenfalls werde lieber Bio-Gemüse kaufen von Landwirten, die mechanisch "Unkraut" "bekämpfen" und/oder als Bio-Gewürz- und Teekräuter anbieten - und die die Äcker nicht mit Monokulturen ersticken - und uns  letztlich zu Tode füttern  ... - aber dann wegen "nie gekannter Staunässe" die Felder nicht abernten können, um so steuerfinanzierte "Ausgleichszahlungen" geltend zu machen ...
                
So ein Unsinn ... -S!

nicht: lasst uns zufrieden - sondern macht uns zufrieden ...

nach: www.ConvivaPlus.ch

Unternehmer wagt Fünf-Stunden-Tag

Bundesweit einmalig: Lasse Rheingans beschäftigt zwölf Menschen und testet seit gut einem Monat ein radikal neues Arbeitszeitmodell. Bei gleichem Lohn und Urlaubsanspruch soll nur von 8 bis 13 Uhr gearbeitet werden

Von Kurt Ehmke | NW

Der 16. Oktober war der Tag, an dem zwölf Kollegen einer Digital-Kommunikationsagentur erfuhren, dass sie Teil eines wohl bundesweit einmaligen Versuchs werden. Ihre Agentur war just an Lasse Rheingans verkauft worden - nun saß der neue Chef vor ihnen und verkündete eine Idee, die die IT-Leute kurz überprüfen ließ, ob sie träumten oder wach waren.

Rheingans (37) wollte über den Fünf-Stunden-Tag sprechen - bei gleicher Bezahlung, gleichen Rechten, gleichem Urlaubsanspruch. Arbeitszeit: 8 bis 13 Uhr. Teilzeit? Nein. Homeoffice? Nein. Überstunden? Nein. Wochenendarbeit? Nein. Alles andere? Bis Ende Februar ausprobieren, diskutieren, austarieren, überprüfen, anpassen. Nur eines wurde abgeschafft: Sogenannte Zielvereinbarungen mit einzelnen Mitarbeitern. Rheingans: "Das führt meist zu einem Gegeneinander - dann werden persönliche Ziele über die des Teams gestellt."

"Haben uns gefreut, haben aber auch Sorgen gehabt"

Nun ist ein Monat vergangen - und liegt noch ein Vierteljahr vor den Mitarbeitern, in dem die Vision Realität ist, das Modell getestet wird.

Bisher läuft's. Die Agentur im Crüwell-Haus - aus "Überblick" wurde "Rheingans Digital Enabler" - brummt. "Bisher fühle ich mich bestätigt", sagt der Medienwissenschaftler. Und auch seine Kollegen wirken zufrieden. Jana Burdach (34): "Wir haben uns zuerst gefreut, dann aber auch Sorgen gehabt." Klappt das? Wie kommt es bei Kunden an?

Bisher überwiege das Positive. Zwar sei sie "mittags oft echt richtig kaputt", aber das Mehr an Zeit für Hund, Hobby, Freunde, Familie wiege das auf. Noch arbeiteten alle Kollegen an sich und der Arbeitsstruktur. Rheingans hat dabei keine Verbote ausgesprochen, er drängt aber auf alles, was effektives Arbeiten fördert: Es wird wenig gequasselt, soziale Medien sollen wenig Raum bekommen, Ebay und andere Internetseiten sollten außen vor sein, Musik wird kaum gehört, das Handy als ständiger Aufmerksamkeitsfänger liegt besser in der Schublade als griffbereit. Gespräche haben einen Fahrplan, auch zeitlich; Konferenzen kein offenes Ende. Burdach: "Durch Besprechungen rasen wir jetzt durch und schweifen nicht ins Private ab - ich strukturiere meinen Tag sauber in Stunden."

Das passt zu Rheingans' Credo: "Fünf Stunden hochkonzentriert arbeiten bis zur Mittagspause - das kann dasselbe Ergebnis bringen wie die üblichen acht bis neun Stunden." Wer nachmittags freie Zeit habe, komme morgens hoch motiviert zur Arbeit, wisse, wofür er dann fünf Stunden lang diszipliniert und konzentriert arbeite.

Dass das nicht auf Knopfdruck geht, spürt Projektleiterin Burdach durchaus. Mittags ist sie oft müder als früher - und abends denkt sie regelmäßig über die Struktur des nächsten Arbeitstages nach. Was, wann, wo, wie.

Für Rheingans, der zwar konsequent an das Thema herangeht, aber nicht dogmatisch, ist das in Ordnung. Er will auch Ausnahmen zulassen, so auch einmal einen notwendigen Kundentermin am Nachmittag. Oder auch die bezahlte Fortbildung außerhalb des Vormittags. Aber: Eine Erosion soll es nicht geben, kein schleichendes Zurück.

Dass der Fünf-Stunden-Tag auch sozialen Sprengstoff birgt, wird am Beispiel der Raucher deutlich. Burdach: "Wir sind hier ein kleines, weitgehend auch miteinander befreundetes Team - aber beim Thema Raucherpause ist zu spüren, dass das Fragen aufwirft."

Fragen, die Rheingans freitags klären will: Regelmäßig kocht das Team nach dem Ende der Arbeitszeit ab 13 Uhr zusammen - und diskutiert dabei all die Fragen, die das neue Konzept aufwirft. Dann wird über Notfallnummern für den Nachmittag geredet, über Disziplin, über Belastungen und wie sie gemeistert werden können. Für Rheingans ist das wichtig: "Dieser Kulturwandel hier, der kann nicht von oben verordnet werden."

Sein Vorbild kommt aus den USA: Stephan Aarstol, Chef der Firma Tower, führte 2015 den Fünf-Stunden-Tag ein.
Bis heute. Mit Erfolg.

________________________________________________________

Das sagen die IHK, die Gewerkschaft, das Arbeitsamt 
Harald Grefe (IHK): "Von einer so ungewöhnlichen Zeitreduktion habe ich noch nie gehört. Wer eine hohe Kundenorientierung hat, wird aber sicher nicht um Nachmittagstermine herumkommen. Nur starr am Vormittag zu arbeiten, das geht da sicher nicht. Ich finde das sehr mutig, eine Prognose, ob sich das durchsetzt, wage ich nicht. Aber gerade in umkämpften Boom-Branchen werden wir solche oder ähnliche Modelle sicher bald häufiger sehen." 
Martina Schu (Verdi): "Perspektivisch wird es immer mehr in diese Richtung gehen - nicht in allen Branchen, aber in einigen. Junge Leute wollen heute Zeit für die Familie, das Hobby - sie sagen ganz klar, dass sie nicht nur arbeiten wollen, sondern auch leben; jetzt, hier, heute. Auch deshalb ist es ein echtes Zukunftsthema, die Arbeitszeit neu zu denken. Gerade in kreativen und innovativen Bereichen tritt nach zu langer Arbeitszeit eine Überforderung ein." 
Matthias Dainat (Agentur für Arbeit): "Ich komme aus der Arbeitgeberbetreuung - von sowas habe ich bei uns noch nicht gehört. Das Modell spricht mehr Bewerbergruppen an, so die Teilzeitklientel und Menschen, die zu Hause jemanden pflegen müssen. Die jüngere Generation, die auf die Work-Life-Balance achtet, dürfte das ansprechen. Es bleibt aber die Frage, was von mir erwartet wird: Muss ich in fünf Stunden dasselbe leisten wie sonst in acht Stunden?"


Text aus: © 2017 Neue Westfälische, Bielefeld Süd, Dienstag 05. Dezember 2017

_______________________________

"mit arbeit kann man sich den ganzen tag versauen", lautet so ein gängiger alltagsseufzer der leider immer noch abhängig beschäftigten menschen. im zuge der digitalisierungen am arbeitsplatz, der ja sogar schon die anwesenheit im büro theoretisch oft überflüssig macht, stehen wir sicherlich vor einer revolution der "werktätigen" masse.

in den schlechtbezahlten sozialberufen wird das allerdings schwieriger, würde sich doch bei 5-stunden-schichten die anzahl der bezugspersonen für das zu betreuende klientel noch einmal erhöhen ... - allerdings sind dort heute schon unbefristete halbtagsjobs oftmals die regel, um die komplizierten dienstpläne mit nachtwachen und sonntagsarbeit und urlaubszeiten und allgemeiner personalknappheit in dieser branche einigermaßen verantwortbar abzudecken: da wird auf die anzahl der vor ort "handanlegenden" personen und ihrer geeigneten fachausbildung kaum noch geachtet - allerdings würde bei einer 5-stündigen vollzeitarbeit bei vollem lohnausgleich die jetzige halbtagskraft bereits annähernd ein "volles gehalt" beziehen - was auch endlich zu einem angemessenen und gerechten (!) "lohnausgleich" im weiteren sinne führen würde ...

tja - da möchte ich der sich im winterschlaf befindlichen "geschäftsführenden" bundesregierung und den beteiligten parteien zu den verhandlungen 2018 zurufen: es gibt viel zu tun - aber abwarten und weiterhin den kopf in den sand stecken gilt nicht mehr ... - S!